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Ab 2028 kann Österreich Waldbrände mit eigenen Flugzeugen löschen

Das Bundesheer hat für zwei der vier neuen Transportmaschinen C-390 modulare Waldbrandbekämpfungssysteme bestellt. Die Einsatzmöglichkeiten sind aber beschränkt.

Eine C-390 mit dem Waldbrandbekämpfungssystem MAFFS
© MAFFS
Eine C-390 mit dem Waldbrandbekämpfungssystem MAFFS
Wilfried Rombold
Redakteur Steiermark-Ressort

Österreich erlebt das intensivste Waldbrandjahr seit langem. Mit 370 Bränden zählt man heuer fast schon doppelt so viele wie im Vorjahr (196). Die Feuerwehren stehen im Dauereinsatz, unterstützt werden sie dabei aus der Luft von Hubschraubern des Innenministeriums, des Bundesheeres und von zivilen Anbietern.

In etwa zwei Jahren wird man auf ein weiteres leistungsstarkes Einsatzmittel zurückgreifen können. Wie das Bundesheer inzwischen konkretisiert hat, wurden bei der Beschaffung der vier Transportflugzeuge C-390 von Embraer für zwei Maschinen modulare Waldbrandbekämpfungssysteme (MAFF II) mitbestellt. Die Kleine Zeitung berichtete bereits im April.

Einbau des Löschmoduls dauert rund vier Stunden

Es handelt sich um ein Container-System, das über die Heckklappe in den Frachtraum des Flugzeugs geschoben werden kann. Vier Stunden dauert laut Verteidigungsministerium die Installation des Moduls. Rund 11.000 Liter Löschmittel fasst der Container. Das Wasser wird mit einer Art Sprühdose, die anstelle der Seitentür eingesetzt wird, über dem Löschgebiet verteilt – mittels Druckluft kann der gesamte Tankinhalt schon in vier Sekunden abgeworfen werden.

Mit diesem Sprühkopf in der Seitentür wird das Löschwasser verteilt
© MAFFS
Mit diesem Sprühkopf in der Seitentür wird das Löschwasser verteilt

Um das Löschwasser aufzunehmen, muss die C-390 allerdings landen und betankt werden, was inklusive Systemchecks an die 30 Minuten in Anspruch nimmt. Das unterscheidet diese Löschflugzeuge von den aus dem Mittelmeerraum bekannten Canadair-Löschflugzeugen. Die nehmen das Löschwasser quasi im Flug in ihrem Bauch auf. Derzeit kann man das am Kärntner Weißensee beobachten, wo italienische Flugzeuge Wasser aufnehmen, um es über dem Brandgebiet bei Tolmezzo abzuwerfen.

Einsatz der Flugzeuge ist nur beschränkt möglich

Geliefert werden sollen die Waldbrandbekämpfungssysteme mit den ersten beiden C-390 für das Bundesheer Ende 2028 bzw. 2029. Die Maschinen werden am Fliegerhorst Hörsching in Oberösterreich stationiert sein. Im Gegensatz zu den leistungsstärksten Hubschraubern, die in den angehängten „Bambi Buckets“ bis zu 3000 Liter Löschwasser transportieren und punktgenau abwerfen können, ist der Einsatz der Flugzeuge nicht überall möglich. So braucht es eine gewisse Vorlaufzeit und Start- und Landemöglichkeiten im näheren Umkreis. Bei einem Szenario wie den beiden Großbränden im Föhrenwald in Niederösterreich in der Vorwoche wären die C-390 wohl eine wichtige Unterstützung für die Feuerwehrleute am Boden. Nicht zuletzt könnte Österreich seine Flugzeuge im Rahmen der internationalen Katastrophenhilfe auch anderen Staaten anbieten.

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