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Feldhofer weg, aber was passiert beim GAK jetzt?

Warum es mit der Entlassung von Trainer Ferdinand Feldhofer beim GAK nicht getan ist und auch abseits des Sportlichen noch viel Arbeit wartet.

Ex-GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer
© GEPA
Ex-GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer

Ist man ein positiv gestimmter Mensch, könnte man als GAK-Fan nach dem 0:8 gegen Rapid meinen, es sei besser, einmal 0:8 als acht Mal 0:1 zu verlieren. Grundsätzlich nicht falsch, Fakt ist aber auch: Nach einem derartigen Debakel kann, darf und soll man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Darüber war man sich im Norden von Graz einig und entließ Trainer Ferdinand Feldhofer. Beim GAK gibt es derzeit allerdings auch abseits des Sportlichen Baustellen, an denen gearbeitet werden muss.

Trainer. Ferdinand Feldhofer hatte keinen einfachen Stand beim GAK, und das nicht erst seit dem 0:8 bei Rapid. Trotz geschafften Klassenerhalts forderten Fans schon 2025 – vor allem in den sozialen Netzwerken – die Ablöse des 46-Jährigen. Der Verein hielt aber am Trainer fest, dieser schaffte 2026 erneut den Klassenerhalt. Beide Male musste der Klub bis zur letzten Runde zittern, ehe der Abstieg abgewendet werden konnte. Geschafft hat es Feldhofer mit seinem Team aber in beiden Spielzeiten. Nach 46 Partien als GAK-Trainer hatte Feldhofer einen Schnitt von 1,20 Punkten pro Partie vorzuweisen. Zum Vergleich: Philipp Semlic hat als WSG-Trainer bisher 1,19 Punkte pro Spiel geholt, Ognjen Zaric mit Altach 1,50. Nun übernimmt vorerst Joachim Standfest interimistisch. Bei seiner bisherigen Trainerstation in der Bundesliga, Altach, holte der bei all seinen Ex-Vereinen angesehene Steirer in 42 Spielen 1,10 Punkte pro Match.

Personal. Nicht nur der Trainer ist derzeit eine Interimslösung, auch auf dem Posten des Sportdirektors hat der GAK derzeit eine Übergangslösung im Einsatz. Chefscout Andreas Lienhart springt für den aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Verfügung stehenden Tino Wawra ein, muss in der heißen Phase der Transferzeit nun nicht nur am Kader, sondern auch am passenden Trainer basteln. Und der neue, fixe Mann an der Seitenlinie sollte ein Treffer sein, das ist ohnehin jedem klar. Seit der Rückkehr in die Bundesliga im Jahr 2024 hat der GAK mit Gernot Messner, Rene Poms und Ferdinand Feldhofer mittlerweile bereits drei Trainer vorzeitig freigestellt. Dass die Gesundheit Wawras absolute Priorität hat, steht außer Frage und der GAK kann für die personelle Veränderung auf der Sportdirektoren-Position auch nichts. Auch, dass sich einige Kadermitglieder dem SK Rapid mehr oder weniger wehrlos ergeben haben, kann keinem Trainer, Betreuer oder Funktionär angekreidet werden. Es ist äußerst unglücklich, dass nun alles auf einmal zusammenkommt.

Anspruch und Wirklichkeit. Der GAK ist historisch gesehen einer der großen Klubs in Österreich. Dabei vergessen einige im roten Umfeld scheinbar, dass der Verein vor gar nicht allzu langer Zeit mausetot und in der untersten Liga Österreichs war. Vereine wie Salzburg, Sturm, Rapid, Austria und LASK haben einen Vorsprung, der in den nächsten Jahren realistisch gesehen über die Dauer einer Saison nicht einzuholen sein wird. Selbst Klubs wie Hartberg, der WAC, Altach und sogar die WSG Tirol sind seit Jahren Stammgast in der Bundesliga und dem GAK somit ein paar Schritte voraus. In der dritten Saison nach der Rückkehr ins Fußball-Oberhaus daher schon deutlich mehr zu verlangen, als lediglich den Klassenerhalt zu schaffen, ist ambitioniert und zeigt die grundsätzliche Größe des GAK samt Anhangs. Man sollte allerdings realistisch bleiben.

Fans. Seit dem Ende der vergangenen Saison kocht es auch innerhalb der organisierten Fangruppen des GAK. Anfang Mai, vor dem Spiel gegen die WSG Tirol, verweigerten zwei Fangruppierungen des GAK einer anderen den Zutritt zum Fansektor. Die Spaltung innerhalb der Kurve ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass der ausgeschlossene Fanklub am anderen Ende des Stadions, nämlich im Sektor 14, seine neue Heimat gefunden hat, während die anderen Fangruppen weiterhin im Süden des Stadions stehen. Zudem wird der betroffene Fanklub, wie in einer Stellungnahme bekanntgegeben wurde, bis auf Weiteres keine Auswärtsspiele als Gruppe besuchen, da ihm das Aufhängen von Transparenten und weitere Präsenz von den anderen Fanklubs untersagt wurde. Selbst bastelten die auswärts noch aktiven Fangruppen jedoch entweder vor Spielbeginn – oder erst im Laufe der ersten Hälfe in Wien – ein „Feldhofer Raus“-Transparent. Und das, obwohl im Cup souverän die nächste Runde und auch gegen Austria Lustenau der einzige Pflichtsieg der bisherigen Spielzeit eingefahren wurde. Es wäre im Sinne des Vereins, würde sich die Kurve zusammenraufen. Dies sollte man in diesem Zusammenhang bitte nicht zu wörtlich nehmen...

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