Vierte Generation hat ersten Campingplatz der Steiermark in Bruck übernommen
Die neue Betreiberin des Campingplatzes Pichler in Oberaich berichtet von der aktuellen Saison, Trends, Beobachtungen und geplanten Neuerungen in ihrer Anlage.

Im Jahr 1952 schlägt die Geburtstunde für die steirische Campingkultur. Zu diesem Zeitpunkt ist es der damalige Bürgermeister von Oberaich, Johann Zechner, der eine neuartige Idee verfolgt. Er schuf damals den ersten Campingplatz in der Steiermark und legte damit den Grundstein für einen Familienbetrieb, der nun seit über 70 Jahren besteht.
Und er wird es weiterhin tun: Anfang des Jahres hat nämlich Sarina Grabner die Leitung des „Landhaus & Camping Pichler“ von ihren Eltern Ingrid und Rudolf Pichler übernommen und führt den Betrieb somit in vierter Generation weiter. Für die Zukunft des Campingplatzes hat sie sich in dieser Zeit schon so einiges überlegt. „Der erste Schritt der Neuerungen war die Verwandlung des Restaurantbereichs in einen Frühstücksbereich. Nach dieser Saison sind weitere Neuerungen geplant“, erzählt Grabner.

Große Überlegungen, ob sie den Familienbetrieb am Murradweg weiterführen möchte, musste sie dabei nie anstellen. Grabner ist bereits seit 2010 im Familienbetrieb aktiv, in leitender Funktion ist es ihr nunmehr besonders wichtig, die jahrzehntelange Tradition des Campingplatzes zu erhalten und die Familie dabei gut einzubinden.
Im Camper oder im Zelt
In 16 Jahren hat sie am Campingplatz bereits einige Veränderungen miterlebt. So ist etwa die Verbreitung neuer Camping-Tools und die Modernisierung von Ausrüstung ein positiver Einflussfaktor. „Die heutigen Camper haben schon alles, was man braucht, um bei jeder Wetterlage gewappnet zu sein.“, erklärt die Betreiberin.

Dem gegenüber steht wiederum bei vielen auch eine Rückkehr zum Traditionellen: „Viele Menschen übernachten wieder gerne klassisch im Zelt“, teilt Grabner ihre Beobachtungen. Aber egal ob rustikales Zelt oder futuristischer Camper: Ihre Gäste bereiten ihr die größte Freude und gleichzeitig ist ihr bewusst: „Wir wohnen dort, wo andere Urlaub machen.“
Camping-Hype dauert an
Urlaube an Campingplätzen erfreuen sich dabei seit der Pandemie großer Beliebtheit, allein im Vorjahr verzeichnete man in der Steiermark rund 757.000 Nächtigungen. Im ersten Halbjahr 2026 waren es schon 291.380 Nächtigungen, wenngleich der Trend österreichweit ein wenig nach unten zeigt. „Die Auslastungszeiten betreffen nicht mehr nur primär die Hauptsaison. Ganzjahres-Camping wird immer attraktiver“, so Grabner.
So wird die Saison mittlerweile deutlich länger und erstreckt sich von Mai bis Oktober mit gleichbleibend starker Auslastung. „Das sind vorteilhafte Entwicklungen als Betreiber, aber Angst habe ich ohnehin nie gehabt, weil ich nach all den Jahren die Strukturen des Betriebs so gut kennenlernen konnte“, reflektiert sie.

Somit scheint Grabner auch für Herausforderung gerüstet, die in den nächsten Monate nach Saisonende auf sie und ihren Betrieb zukommt: Ein großer Umbau steht an. „Drei Zimmer kommen zu den 14 Gästezimmern. Die Gaststube und die Terrasse werden renoviert. Das muss bis zum nächsten Saisonstart fertig sein“, erklärt Grabner.