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Brände fordern Feuerwehr: „Wir sind ziemlich am Limit“

Bisher 24 statt der üblichen vier bis fünf: Waldbrände halten die Feuerwehren im Bezirk Liezen heuer in Atem. Warum es so oft brennt und wer am meisten gefordert ist.

Das Feuer auf der Brunnalm nahe Weißenbach bei Liezen am vergangenen Sonntag war Waldbrand Nummer 23
© FF Aigen im Ennstal
Das Feuer auf der Brunnalm nahe Weißenbach bei Liezen am vergangenen Sonntag war Waldbrand Nummer 23
Dorit Burgsteiner
Redakteurin Regionalredaktion Liezen

„Ja.“ So lautet die Antwort auf die Frage, ob heuer ein Rekordjahr zu verzeichnen sei. Und zwar in Sachen Vegetationsbrände im Bezirk Liezen. 24 waren es – Stand Freitag – heuer schon. Der jüngste war am Dienstag am Seerieszinken nahe der Planai ausgebrochen, „Brand aus“ konnte am Donnerstag gegeben werden. Zum Vergleich: Üblicherweise sind es im Schnitt vier oder fünf, mit denen sich die Einsatzkräfte pro Jahr konfrontiert sehen.

Warum es heuer so viele sind? Das dürfte der „intensiven Trockenheit, die bis tief in den Boden hineinreicht“, geschuldet sein, sagt Reinhold Binder, Kommandant des Bereichsfeuerwehrverbands Liezen. Gepaart mit Blitzschlägen im Zuge von Gewittern ergibt das eine folgenschwere Kombination. So sind 23 der Brände von Blitzen ausgelöst worden – „und das immer im unwegsamsten Gelände“.

Der Liezener Bereichsfeuerwehrkommandant Reinhold Binder und Sebastian Emmer, Dienststellenleiter der Bereichsfeuerwehrzentrale
© KLZ / Dorit Burgsteiner
Der Liezener Bereichsfeuerwehrkommandant Reinhold Binder und Sebastian Emmer, Dienststellenleiter der Bereichsfeuerwehrzentrale

An vorderster Front

Besonders gefordert in diesem Zusammenhang ist die Flugdienststaffel Nord der Freiwilligen Feuerwehr Aigen im Ennstal. Zehn Mann sind unter ihrem Dach als Flughelfer aktiv, sie sind an vorderster Front dabei, wenn es zu Vegetationsbränden kommt. Gerufen werden die Mitglieder der Staffel bei Einsätzen, bei denen es Unterstützung von Luftfahrzeugen braucht. Bei Waldbränden ist das sehr häufig der Fall.

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Mitglieder der Flugdienststaffel werden per Hubschrauber zum Brandort gebracht – hier im Zuge einer Übung am Loser im Frühjahr
Mitglieder der Flugdienststaffel werden per Hubschrauber zum Brandort gebracht – hier im Zuge einer Übung am Loser im Frühjahr © BFV Liezen / Flugdienst

Die vergangenen Wochen waren für die Aigener Einsatzkräfte anspruchsvoll. „Wir haben teils drei Einsätze an einem Tag gehabt“, berichtet Staffelkommandant Josef Fritz. „Bei größeren Ereignissen nehmen wir Mitglieder der ortsansässigen Feuerwehr zum Umgraben des Bodens und Löschen oder Holzknechte zum Fällen von Bäumen mit. Bei den kleineren, wie es jetzt immer der Fall war, machen wir alles selber.“ Bereichskommandant Binder ergänzt: „Das ist ein Knochenjob.“

Einblick in die Arbeit der Flugdienststaffel

Werden der Größe des Feuers oder eines nur schwer zugänglichen Geländes wegen Fluggeräte benötigt, findet sich in einem ersten Schritt eine Maschine des Innenministeriums, ein Polizeihubschrauber, ein. „Stellt die Besatzung fest, dass es mehr Hubschrauber braucht, gibt es eine Ausschreibung gerichtet an private Unternehmen und Bundesheer. Wer sich zuerst meldet, wird hinzugezogen“, erläutert Binder.

Erkundung und Nachkontrolle

Ebenfalls bei Feuern im freien Gelände im Einsatz ist die Drohne der FF Zauchen. Seit November 2023 hat die Wehr sie in ihren Reihen, 13 Mann umfasst die Drohneneinheit. Die Aufgaben bei Waldbränden: „Erkundungsflüge, bei denen wir schauen, wo genau und in welchem Umfang es brennt. Letzteres machen wir auch oft mit der Flugdienststaffel gemeinsam“, sagt Martin Eder von der FF Zauchen. Dazu kommen die Suche nach Glutnestern und „die Nachkontrolle, ob noch etwas brennt“, erklärt er.

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Die Drohne im Einsatz beim Waldbrand auf der Ostseite des Kamms bei Gröbming
Die Drohne im Einsatz beim Waldbrand auf der Ostseite des Kamms bei Gröbming © FF Aigen im Ennstal

77 Feuerwehren 820, Mann

„In Summe standen bei den 24 Bränden 77 Feuerwehren mit circa 820 Leuten und 22 Hubschrauber im Einsatz“, resümiert Sebastian Emmer, Dienststellenleiter der Bereichsfeuerwehrzentrale in Liezen. „Wenn es so weiter geht, werden die Feuerwehren an ihre Grenzen kommen“, warnt Bereichskommandant Binder. Ein Umstand, den Flugstaffel-Chef Fritz bestätigen kann: „Wir sind jetzt ziemlich am Limit.“

Von schweren Unfällen während der gefährlichen Löscharbeiten blieben die Einsatzkräfte bislang verschont. „Dank der guten Ausbildung und der Umsicht der Kameraden passiert nichts Schlimmes. Wenn, dann gibt es nur leichte Verletzungen wie Abschürfungen oder Verstauchungen“, sagt Kommandant Binder. „Anfang Mai beim Brand in Aigen im Ennstal hat ein Kamerad Glück gehabt, er ist von einem Stein getroffen worden, der seinen Helm durchschlagen hat. Die Innenschale hat gehalten, sonst wäre es anders ausgegangen.“

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Die Mitglieder der Flugdienststaffel ...
Die Mitglieder der Flugdienststaffel ... © FF Aigen im Ennstal

Sorgenvolle Blicke

Aktuell gibt es eine kleine Verschnaufpause. Schon am Sonntag beziehungsweise Montag aber sollen sich laut Vorhersagen die nächsten Gewitter einstellen. Ist der Blick, den Bereichskommdant Binder und Dienststellenleiter Emmer auf die Wetterkarten werfen deshalb ein sorgenvoller? Auch hier lautet die Antwort: „Ja.“

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