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500-Millionen-Fonds für Start-ups soll Anfang 2027 starten

Er soll den jungen Unternehmen im Land Rückenwind geben: Nach langem Hin und Her scheint nun klar, dass Österreichs Start-up-Fonds („Dachfonds“) Anfang 2027 starten soll.

Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (Mitte) bestellte auch einen neuen Start-up-Rat für drei Jahre
© Dolenc
Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (Mitte) bestellte auch einen neuen Start-up-Rat für drei Jahre

Vielfach wurde das Vorhaben verschoben und verzögert. Jetzt aber soll der Zeitplan tatsächlich feststehen: Der von der Regierung geplante öffentlich-private Risikokapital-Dachfonds für Start-ups und Scale-ups soll im ersten Quartal 2027 operativ starten.

„Die Ausschreibung für das Fondsmanagement wird im Herbst stattfinden“, sagte Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) zur APA. Der Dachfonds erhält 100 Millionen Euro von staatlicher Seite und soll 400 Millionen Euro bei institutionellen Investoren einwerben. Der Fonds wird sein Geld dann in andere Risikokapitalfonds investieren.

Fonds investiert in Fonds

Der Investmentfokus des Dachfonds werde Österreich sein, sagte die für Start-ups zuständige Staatssekretärin. „Es gibt aber keine genauen Vorgaben für das Fondsmanagement.“ Durch Investment des Dachfonds in Risikokapitalfonds sollen Start-ups, Scale-ups und universitäre Spin-offs leichter an Wachstumskapital kommen.

Bei einem Scale-up handelt es sich um ein Start-up, welches die Startphase bereits verlassen hat und mehr Kapital für die weitere Expansion benötigt. Zu den größten Scale-ups in Österreich zählen die Krypto-Plattform Bitpanda, das Nachhilfeunternehmen GoStudent, der Online-Marktplatz Refurbed und das Getränkeunternehmen Waterdrop.

Wieder mehr Start-up-Investments

Das Ende der Niedrigzinspolitik und die stagnierende Wirtschaft ließen die Start-up-Investments in Österreich zwischen 2022 und 2025 stark zurückgehen. Im ersten Halbjahr 2026 konnten heimische Jungunternehmen aber wieder deutlich mehr Investments lukrieren. Die Höhe der öffentlich bekannten Start-up-Finanzierungen kletterte von 110 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2025 auf nun 472 Mio. Euro, geht aus dem Start-up-Barometer des Wirtschaftsprüfers und Beraters EY hervor. Dies sei ein „sehr positives Signal“, so die Staatssekretärin.

Der geplante Dachfonds wird bei der staatlichen Förderbank aws angesiedelt sein. Das Fondsmanagement erfolgt aber durch einen unabhängigen, externen Anbieter. Im Laufe des Jahres 2027 soll der Fonds private Mittel bei institutionellen Investoren, etwa Versicherungen, Banken, Pensionskassen, einsammeln. Um „eine ordentliche Streuung“ zu bekommen, soll der Dachfonds laut Zehetner von mindestens zehn Investoren getragen werden.

Ab Ende 2027 soll der Dachfonds dann Investments in Risikokapital- und Wachstumsfonds tätigen. Als Referenzrahmen für die Investitionen sollen die in der Industriestrategie definierten neun Schlüsseltechnologien herangezogen werden. Zu den Schlüsseltechnologien zählen unter anderem Biotech, Künstliche Intelligenz, Robotik, Quantentechnologie sowie Energie- und Umwelttechnologien.

Tractive-Rekorddeal als Impuls

Zehetner hofft „noch auf viele gute Exits“ in der österreichischen Start-up-Branche. Dies bringe auch „Kapital, das wieder investiert“ werde. Sie verwies unter anderem auf Runtastic-Mitgründer Florian Gschwandtner, der nach dem Verkauf der Lauf-App an Adidas im Jahr 2015 wieder in viele andere Start-ups, etwa Tractive, investiert habe.

Im laufenden Jahr gab es bereits zwei große Start-up-Exits in Österreich. Das auf Tracking-Systeme für Hunde und Katzen spezialisierte oberösterreichische Firma Tractive wurde an den italienischen App-Entwickler Bending Spoons laut Medienberichten um rund 900 Millionen US-Dollar (780 Mio. Euro) verkauft. Das wäre die mit Abstand höchste Summe, die jemals für die Übernahme eines österreichischen Start-ups bezahlt wurde. Der französische KI-Konzern Mistral AI mit Sitz in Paris übernahm das Linzer Start-up Emmi AI für einen nicht öffentlich bekannten Kaufpreis.

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