PSG holt Supercup-Titel in Salzburg - 2:1 gegen Aston Villa
Nach dem "Doppelpack" in der Champions League hat Paris St. Germain auch den UEFA-Supercup zum zweiten Mal in Folge gewonnen. Die Franzosen behielten am Mittwoch vor 27.681 Zuschauern in Wals-Siezenheim gegen Aston Villa etwas glücklich mit 2:1 (1:1) die Oberhand. Damit setzte sich zum 13. Mal in den jüngsten 14 Auflagen des Bewerbs der Champions-League-Sieger gegen den Gewinner der Europa League durch. Der Supercup war auch im Stadtzentrum von Salzburg ein großes Fest.

PSG durfte die 58 Zentimeter große und 12,2 Kilogramm schwere Trophäe in den Nachthimmel stemmen, da Khvicha Kvaratskhelia (20.) und Desire Doue (61.) trafen. Die Engländer hatten zwar ein Chancenübergewicht, durften aber nur über einen Treffer des 17-jährigen Stürmers Brian Madjo (45.) jubeln. Damit verlor Aston-Villa-Trainer Unai Emery auch seinen vierten europäischen Supercup. Für Aston Villa bleibt der Triumph 1983 der bisher einzige in diesem Bewerb.
PSG-Trainer Luis Enrique ließ wie erwartet mit Ousmane Dembele, Bradley Barcola, Lucas Hernandez und Fabian Ruiz vier von sieben Akteuren, die nach dem WM-Einsatz erst am Montag ins Training eingestiegen waren, auf der Bank. Achraf Hakimi, Doue und Warren Zaire-Emery durften sich trotz kürzester Vorbereitungszeit aber von Beginn an versuchen. Im Angriff bekam auch der von Monaco gekommene Maghnes Akliouche seine Chance.
Aston Villa war ersatzgeschwächt, fand aber deutlich besser in die Partie, war griffiger und hatte die erste Chance. Bei einem Kamara-Schuss fehlte nicht viel (13.). Die Franzosen arbeiteten sich allmählich in die Partie und konnten vorne auf geniale Momente von Kvaratskhelia zählen. Der 25-jährige Georgier tankte sich im Strafraum durch und bediente Doue, dessen Abschluss von Marco Bizot pariert wurde. Wenige Augenblicke später war der Goalie machtlos. Diesmal tauschten die Offensivasse von PSG die Rollen und Kvaratskhelia schloss wuchtig zur Führung ab.
Es blieb eine muntere Partie, in der die Engländer das Spiel machten und vehement auf den Ausgleich drängten. Madjo köpfelte knapp vorbei (28.). Zudem konnte PSG-Rechtsverteidiger Achraf Hakimi den durchbrechenden George Hemmings gerade noch am Schuss hindern, zum Abschluss kam dann Madjo, verfehlte das Tor aber deutlich (35.). Der Stürmer vergab auch nach McGinn-Idealflanke eine Kopfballchance aus kurzer Distanz (41.) und traf die Stange (44.). Chance Nummer fünf des Youngstars war endlich von Erfolg gekrönt. Nach neuerlicher McGinn-Flanke verwertete er volley mit links, nutzte daher wohl seine schwierigste Möglichkeit.
Die Engländer nahmen den Schwung in die zweite Hälfte mit, Matwej Safonow wurde bei einem McGinn-Schuss gleich ordentlich geprüft (51.). Wie vor der Pause legten aber die Franzosen vor. Nach Vorarbeit des zur Pause eingewechselten Dembele konnte sich Doue den Ball ungestört auf den linken Fuß legen und überlegt einschießen. Der Treffer zählte zuerst wegen vermeintlichem Abseits nicht, wurde nach VAR-Eingriff aber gegeben.
Den postwendenden Ausgleich verhinderte Safonow, der einen Hemmings-Schuss abwehrte (63.). Danach ging es in einer wirklich packenden und vom Somalier Omar Artan souverän geleiteten Partie munter hin und her, im Abschluss fehlte den Akteuren aber die Kaltschnäuzigkeit, wie Villas Buendia in der 95. Minute. So blieb es beim Happy End für PSG, das wie im Champions-League-Viertelfinale 2025 das bessere Ende hatte. Ein Elfmeterschießen wie in der vergangenen Saison gegen Tottenham blieb Dembele und Co. erspart.
Nicht nur im Stadion war der Supercup ein großes Fest. Schon den ganzen Tag waren im Zentrum zahlreiche Anhänger beider Teams im Bereich des Residenzplatzes anzutreffen, der für das Fanfestival genutzt wurde. Neben diversen Mitmachstationen stand bei den Fans vor allem die Möglichkeit hoch im Kurs, sich mit den Trophäen der Champions League, Europa League und des Supercup ablichten zu lassen. Eine Wartezeit von mehr als 30 Minuten wurde gerne in Kauf genommen.
Zusätzlich zum Hauptgelände gab es zwei separate Bereiche für Fans von PSG bzw. Aston Villa, von wo auch Shuttle-Busse Richtung Stadion angeboten wurden. Die Polizei war im gesamten Stadtgebiet mit einem Großaufgebot im Einsatz, auch schwer bewaffnete Beamte waren am Fangelände immer wieder anzutreffen. Im Rahmen eines Public-Viewings konnte in den drei Bereichen auch das Spiel verfolgt werden. Glücklich waren aber nicht alle, so mancher Tourist wurde vom Fußballevent "überrascht" und äußerte Unmut.
Unmut dürften hinter verschlossenen Türen auch so manche UEFA-Entscheidungsträger hinsichtlich der jüngsten Vorgehensweise von FIFA-Präsident Gianni Infantino am Mittwoch in Salzburg geäußert haben. Laut einem Bericht des "Guardian" soll UEFA-Chef Aleksandar Ceferin zu einem Krisengipfel geladen haben. Demnach solle die UEFA mit ihren Verbündeten aus Asien sowie Nord- und Mittelamerika bereits an einem "Grundsatzpapier" für eine neue FIFA arbeiten. Offizielle Informationen gab es keine.