Nachprüfungen sorgen steiermarkweit für volle Nachhilfeinstitute
Die entspannten Ferien sind für einige Schülerinnen und Schüler bereits vorbei. In Nachhilfeinstituten wird fleißig gelernt – vor allem für Nachprüfungen.

Für die meisten Schülerinnen und Schüler in der Steiermark liegt der Schulstart noch in weiter Ferne – aber nicht für alle. In den steirischen Nachhilfeinstituten ist nach dem Ferienmodus im Juli mit August wieder das Leben zurückgekehrt. Vor allem Schülerinnen und Schüler, die für eine Nachprüfung lernen drücken hier bereits wieder die Schulbank. Denn für sie wird es schon vor dem offiziellen Schulstart noch einmal ernst.
Rund 50 Prozent der Kinder- und Jugendlichen, die aktuell einen Intensivkurs in einem der acht steirischen „LernQuadrat“-Standorte besuchen lernen für eine Nachprüfung. Viele von ihnen sind für mehrere Wochen angemeldet. Die restlichen Schülerinnen und Schüler sind dort, um trotz eines bestandenen Schuljahres bestehende Wissenslücken zu schließen, bevor mit dem neuen Schuljahr der neue Lernstoff auf sie einprasselt.
Bei uns machen etwa 50 Prozent Oberstufenschüler aus, 45 Prozent sind Unterstufenschüler und die restlichen fünf Prozent Volksschüler
— Angela Schmidt, „LernQuadrat“
Mathematik als Spitzenreiter
Spitzenreiter bei den Schulfächern, in denen Nachhilfe in Anspruch genommen wird, ist, wie bereits in den Vorjahren und wenig überraschend, mit großem Abstand Mathematik. Danach folgen Deutsch und Englisch. Auch die Altersverteilung ist klar. „Bei uns machen etwa 50 Prozent Oberstufenschüler aus, 45 Prozent sind Unterstufenschüler und die restlichen fünf Prozent Volksschüler”, sagt Angela Schmidt von „LernQuadrat“.

Nachfrage in Deutsch wächst
Auch bei der „Schülerhilfe!“ machen Oberstufenschülerinnen und -schüler die auf die Matura zugehen, in der Steiermark den größten Teil aus. Heuer eine deutlich höhere Nachfrage verzeichnet man bei Kindern und Jugendlichen, die auf eine Nachprüfung hinlernen. Aber auch Volksschülerinnen und Volksschüler, die auf den Schulwechsel vorbereitet werden sollen, machen einen wachsenden Anteil aus. Auffallend sei zudem, dass in den letzten Jahren die Nachfrage nach Nachhilfe in Deutsch stetig steigt.
Intensivkurse kosten mehrere Hundert Euro
Gelernt wird auch bei der „Schülerhilfe!“ in Wochenblöcken. Die Einheiten umfassen je nach Standort zwischen 90 und 150 Minuten. Damit variieren auch die Kosten: Für eine Woche zu je 150 Minuten müssen Eltern mit 319 Euro rechnen. 100 Euro davon können für einen anschließenden Laufzeitvertrag gutgeschrieben werden. Auch beim LernQuadrat agiert man mit einem „Mengenrabatt“: Ab zwei Wochen kostet die Woche je nach Standort zwischen 216 und 270 Euro.
Ablenkung und KI-Nutzung zunehmend Thema
Während sich der Ansturm auf die Sommerkurse in den letzten Jahren nicht wirklich verändert hat, hat sich sehr wohl etwas an der Lernweise der Kinder und Jugendlichen getan. „Wir müssen viel mehr darauf achten, dass die Kinder konzentriert und nicht vom Handy abgelenkt sind“, sagt Schmidt. Zudem sei auch die KI-Nutzung häufig Thema. Denn viele der Schülerinnen und Schüler nutzen im Alltag die KI um schulische Fragen zu beantworten. Bei der Prüfung können sie sich dann aber nur auf ihr eigenes Gedächtnis verlassen. Etwas, das man vielen Schülerinnen und Schülern erst wieder bewusst machen müsse.
Die Kinder bringen ihre eigenen Schulsachen mit und unsere Lehrpersonen gehen individuell auf ihre Schwächen ein
— Angela Schmidt, „LernQuadrat“
Gelernt wird beim LernQuadrat in Kleingruppen mit maximal sechs Kindern und Jugendlichen. Die Intensivkurse gehen von Montag bis Freitag täglich für drei Schulstunden zu je 45 Minuten. Einen vorgefertigten Lehrplan gibt es nicht. „Die Kinder bringen ihre eigenen Schulsachen mit und unsere Lehrpersonen gehen individuell auf ihre Schwächen ein”, sagt Schmidt. Unterrichtet wird dabei größtenteils von Lehramtstudierenden, aber auch von ehemaligen Lehrpersonen. Im Sommer werden sie aber auch von Lehrerinnen und Lehrern unterstützt, die unterm Jahr an einer Schule tätig sind.
Pausen und Freizeit sind essenziell
Was bei aller Vorbereitung und all dem Lernstoff aber besonders wichtig ist: Pausen einzulegen und die Ferien dennoch zu genießen. Nach dem Intensivkurs sollte Zeit für Freizeitaktivitäten bleiben. Ältere Schülerinnen und Schüler können sich dann am frühen Abend nochmals an den Schreibtisch setzen. Aber auch dann gilt, in kleinen Portionen zu lernen und Pausen einzulegen. Denn der stressige Schulalltag kehrt schnell genug zurück.