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Bis zu 3,60 Euro: Wirte kassieren kräftig fürs Leitungswasser

Nur drei von 30 getesteten Wiener Lokalen schenken Leitungswasser gratis aus – der Rest verlangt zwischen 0,80 und 3,60 Euro für einen halben Liter Leitungswasser. Die AK fordert ein Umdenken.

Die Preisspanne für ein Glas Leitungswasser ist beträchtlich
© APA / Georg Hochmuth
Die Preisspanne für ein Glas Leitungswasser ist beträchtlich

Ein Glas Wasser zum Essen – für viele Gäste eine Selbstverständlichkeit, für viele Wiener Wirte offenbar eine Einnahmequelle. Das zeigt ein aktueller Stichproben-Preismonitor der Arbeiterkammer (AK), der zwischen 19. Juni und 8. Juli die Preise für Leitungswasser in 30 Wiener Restaurants und Kaffeehäusern erhoben hat.

Das Ergebnis fällt für die Gastronomie überraschend aus: In nur drei der 30 geprüften Lokale gibt es Leitungswasser gratis dazu – selbst wenn Gäste aufgespritzte Limonaden bestellen. In 23 von 30 Betrieben wird hingegen kassiert, auch wenn im Lokal gegessen oder andere Getränke bestellt werden. Die Preisspanne ist beträchtlich: Zwischen 0,80 und 3,60 Euro kostet ein halber Liter Leitungswasser, für einen Viertelliter werden zwischen 0,40 und 1,80 Euro verlangt.

Kuriose „Gratisfallen“

Besonders unübersichtlich wird es bei aufgespritzten Limonaden. In vier Lokalen ist zwar ein Glas Wasser gratis, wer sich aber Apfel- oder Orangensaft mit einem halben Liter Leitungswasser aufspritzen lässt, zahlt drauf. In drei anderen Lokalen ist es genau umgekehrt: Das Glas Wasser kostet, das Aufspritzen der Limo ist gratis. Insgesamt verlangen 24 von 30 Lokalen einen Aufpreis fürs Aufspritzen – zwischen 0,30 und 2 Euro.

Preise steigen schneller als die Inflation

Rechtlich ist die Praxis grundsätzlich gedeckt: In Österreich darf Leitungswasser verrechnet werden, sofern der Preis auf der Speisekarte ausgewiesen ist. Doch der Vergleich mit früheren Erhebungen zeigt ein deutliches Missverhältnis. Im Schnitt kostete ein halber Liter Leitungswasser 2014 noch 1,39 Euro, mittlerweile sind es 2,05 Euro – ein Plus von 47,5 Prozent. Die allgemeine Inflation legte im selben Zeitraum „nur“ um 44 Prozent zu.

Gabriele Zgubic, Leiterin der AK-Abteilung Konsument:innenpolitik: Zumindest einen angemessenen Preis verlangen
© KLZ / Tobias Steinmaurer
Gabriele Zgubic, Leiterin der AK-Abteilung Konsument:innenpolitik: Zumindest einen angemessenen Preis verlangen

AK: „Ein angemessener Preis würde reichen“

Für die AK ist die Sache klar: Leitungswasser solle gratis bleiben, wenn Gäste ohnehin speisen oder andere Getränke bestellen. „Bei Kosten von nur 2,27 Euro für 1000 Liter Wasser aus der Leitung sollte zumindest ein angemessener Preis verlangt werden“, sagt Gabriele Zgubic, Leiterin der AK-Abteilung Konsument:innenpolitik.

Ob die Forderung der Konsumentenschützer Gehör findet, ist offen. Bis dahin gilt für Gäste: ein Blick auf die Getränkekarte lohnt sich – auch beim Wasser.