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Osttiroler Leitbetriebe bekennen sich zu 380-kV-Lückenschluss

Um den Umstieg auf erneuerbare Energieformen zu schaffen, setzten sich Wirtschaftskammer und die größten Arbeitgeber im Bezirk für das APG-Projekt Netzraum Kärnten ein.

Die größten Osttiroler Unternehmen halten den Ausbau des Stromnetzes für absolut zukunftsrelevant
© KLZ / Andre Schmidt
Die größten Osttiroler Unternehmen halten den Ausbau des Stromnetzes für absolut zukunftsrelevant

Fünf Leitbetriebe aus dem Bezirk Lienz betonen die Notwendigkeit des 380-kV-Lückenschlusses im Süden Österreichs und damit die zentrale Bedeutung des Projekts Netzraum Kärnten. Für Osttirol und Kärnten sei die Leitung essenziell, damit energieintensive Unternehmen ihre Prozesse dekarbonisieren – sprich auf erneuerbare Energieformen umsteigen – können.

In Osttirol leisten rund 1560 Gewerbe- und Industriebetriebe ihren Beitrag zur gesamten Bruttowertschöpfung des Bezirks (1,9 Milliarden Euro jährlich). Rund 8200 Arbeitsplätze hängen daran – und damit 40 Prozent aller unselbständig Beschäftigten. Genau jene Branchen stehen vor tiefgreifenden Veränderungen, wenn die gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformation gelingen soll.

Von fossilen Energieträgern unabhängig werden

Mit etwa 1300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist Liebherr Hausgeräte ein bedeutender Wirtschaftsmotor der Region. Für Geschäftsführer Holger König ist eine sichere Stromversorgung ein wesentlicher Erfolgsfaktor: „Industrieunternehmen benötigen eine verlässliche und leistungsfähige Energieinfrastruktur. Nur so können wir die Herausforderungen der Dekarbonisierung bewältigen, Investitionen nachhaltig absichern und die Wettbewerbsfähigkeit stärken.“

Die iDM Energiesysteme GmbH ist als Wärmepumpenhersteller selbst Teil der Energiewende. Geschäftsführer Christoph Bacher: „Globale Krisen und auch der Klimawandel zeigen uns, dass wir uns unabhängig von fossilen Energieträgern machen müssen. Unabhängigkeit bedeutet zugleich aber auch eine zunehmende Elektrifizierung. iDM zeigt mit dem rapiden Wachstum der letzten Jahre, dass die Wärmepumpentechnologie zum Standard geworden ist, aber damit zugleich auch die Netzstabilität zum entscheidenden Faktor wird.“

Leistungsfähige Netze gefordert

Theurl Austrian Premium Timber ist in dritter Generation als internationales Industrieunternehmen tätig und gleichzeitig mit der Region Osttirol verwurzelt geblieben. Geschäftsführer Hannes Theurl erläutert, dass am Standort auch eine Biomasse-KWK-Anlage betrieben wird, um den wesentlichen Teil des Energiebedarfs selbstständig zu decken. Die eigenen Maßnahmen der Strom- und Wärmeproduktion funktionieren jedoch nur im Zusammenspiel mit einem leistungsfähigen Netz, da nicht alles abgedeckt werden kann.

In der A. Loacker Konfekt Ges.m.b.H. in Heinfels wird Nachhaltigkeit in vielen Bereichen gelebt. Geschäftsführerin Tinneke Gies betont dabei die Bedeutung einer verlässlichen Energieversorgung: „In die Dekarbonisierung und damit auch in die Zukunft des Standortes zu investieren, ist für Betriebe mittelfristig ein zentraler und notwendiger Schritt. Die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende setzt jedoch ein verlässliches Stromnetz voraus.“

Strombedarf wird sich in 20 Jahren verdoppeln

Die Raiffeisengenossenschaft Osttirol mit Geschäftsführer Thomas Diemling erachtet leistungsfähige Netze als wesentlich, da der Strombedarf durch die fortschreitende Elektrifizierung steigt, aber auch der Leistungsbedarf der Netze durch den zunehmenden Ausbau der Erneuerbaren, wie Photovoltaik, stark zunimmt. „Gute und sichere Arbeitsplätze in Osttirol zu erhalten, ist für unsere Genossenschaft sehr wichtig, deshalb ist das Infrastrukturprojekt Netzraum Kärnten von großer Bedeutung“, erläutert Diemling.

Michaela Hysek-Unterweger, Bezirksobfrau der Wirtschaftskammer in Lienz, betont abschließend, dass an dem zügigen Ausbau der Stromleitungsnetze in Österreich – und damit auch in Osttirol – kein Weg vorbeiführt. Aktuelle Studien und Analysen gehen davon aus, dass sich der Strombedarf in den nächsten 20 Jahren verdoppeln wird. „Osttirols Betriebe sind hochinnovativ und wollen ihren Beitrag zur Energiewende leisten – sei es durch den Ausbau eigener PV-Anlagen oder die Umstellung auf elektrische Produktionsprozesse. Ohne ein starkes, modernes Stromnetz stoßen wir hier jedoch rasch an massive Grenzen. Das APG-Projekt Netzraum Kärnten leistet diesbezüglich einen unverzichtbaren Beitrag“, stellt Hysek-Unterweger klar.

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