Rehbock kühlte sich in Grazer Pool – bis die Feuerwehr kam
Vom Kalb in der Wildbachsperre über den Ochsen in der Doline bis zu den Katzerln im Abflussrohr: Tierische Missgeschicke halten die steirischen Einsatzkräfte derzeit auf Trab.

Die Gluthitze der letzten Tage trieb nicht nur die Steirerinnen und Steirer zuhauf in die Badeseen und Freibäder. Auch so manches Wildtier suchte Erfrischung im kühlen Nass. In Graz-Mariatrost plumpste dieser Tage ein Rehbock in einen offenbar nicht mehr genutzten Swimming-Pool einer Wohnhausanlage. Das Tier hielt sich zwar tapfer über Wasser, konnte sich aber nicht mehr selbstständig befreien. Dies erledigten schließlich die herbeigerufenen Helfer der Berufsfeuerwehr Graz.

Das war aber nur eines von vielen tierischen Missgeschicken, mit denen die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Bergrettung in der Steiermark in den letzten Tagen zu tun hatten. In Obdachegg (Bezirk Murtal) blieb am Wochenende ein Kalb mit seinem Hinterteil zwischen den massiven Stahlelementen einer Wildbachsperre stecken und konnte weder vor noch zurück. Die Feuerwehr Obdach rückte mit einem hydraulischen Spreizer an, mit dem Spezialwerkzeug wurden die Rohre vorsichtig auseinandergebogen. Unverletzt trabte das Rind danach zu seiner Herde zurück.

Ochse Asterix saß in der Doline fest
Auch ein junger Ochse mit dem klingenden Namen „Asterix“ brauchte vor wenigen Tagen professionelle Hilfe. Er war auf der Bärnsbodenalm im Hochschwabgebiet in eine Doline gestürzt. Dort ist es zwar auch meistens sehr kühl, aber mit der Zeit ein wenig eng. Die Bergrettung Tragöß rettete den rund 500 Kilo schweren Ochsen in einer sechs Stunden dauernden Aktion mit einer Seilzug-Konstruktion aus seiner misslichen Lage.

Gleich nach der Geburt in der Güllegrube
Gerade erst das Licht der Welt erblickt und schon in der Sch... gelandet: Dieses Schicksal ereilte ein Kalb am Freitag in Gröbming im Bezirk Liezen. Das Jungtier hatte kurz nach seiner Geburt die Abenteuerlust gepackt, allerdings endete der Ausflug prompt in einer Güllegrube. 15 Kräfte der Feuerwehr Gröbming-Winkl holten das Kalb aus seinem stinkenden Gefängnis. Nach einer Schnellwäsche mit dem Schlauch kehrte es unversehrt zu seiner Mutterkuh zurück.

Katzen nach einer Nacht aus Abflussrohr gerettet
Und dann wären noch die beiden Katzerln, die sich in der Vorwoche in Hörmsdorf bei Eibiswald (Bezirk Deutschlandsberg) beim Spielen in ein Regenwasser-Abflussrohr verkrochen und dort Kopf an Kopf eine ganze Nacht lang feststeckten. Die Feuerwehr musste die Pflasterung der Hauseinfahrt entfernen und sogar den Beton mit einem Bohrhammer aufstemmen, um das Rohr freizulegen. Nach zweieinhalb Stunden schweißtreibender Arbeit (es hatte über 35 Grad) waren die beiden Stubentiger endlich befreit.
