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Spielsüchtiger Kärntner klagt vier Online-Casinos auf Curaçao

Görtschitztaler verspielte bei hundert verschiedenen Online-Casinos sein Geld. Jetzt verlangt der 29-Jährige von vier Casinos einen Teil seines Verlustes via Klage zurück.

Seit Jahren beschäftigen hunderte Spielerklagen gegen illegale Online-Casinos die heimischen Gerichte
© IMAGO/imageBROKER/Derich Anrey
Seit Jahren beschäftigen hunderte Spielerklagen gegen illegale Online-Casinos die heimischen Gerichte
Petra Eggerer
Redakteurin Regionalredaktion Klagenfurt

„Ich war 18 Jahre alt, als ich mich zum ersten Mal bei einem Online-Casino angemeldet habe“, erzählt der heute 29-Jährige im Zeugenstand. Warum sich der Görtschitztaler dieses „Hobby“ gesucht hat, könne er heute nicht mehr sagen. Nur so viel: Zu seinen besten Zeiten war er bei 100 verschiedenen Anbietern registriert. Und er verlor Geld, viel Geld. Von vier dieser Online-Casinos verlangt der Angestellte jetzt in Summe 8000 Euro zurück und klagt. Allerdings: Besagte Anbieter haben ihren Firmensitz auf der Karibikinsel Curaçao.

Das macht die Sache nicht leichter, wie die Richterin des Bezirksgerichtes Klagenfurt gleich zu Beginn der Verhandlung feststellt: „Ob Sie jemals Geld sehen werden, ist fraglich.“ Über das Internet habe er sich informiert, dass man Spielverluste auch zurückfordern kann. Und der Kläger zeigt sich zuversichtlich, schon einmal habe er 1200 Euro auf dem Klagsweg zurückbekommen. „Wir haben uns damals im Vorfeld außergerichtlich geeinigt“, weiß er zu berichten.

„Hatte nie Geldprobleme“

„Sind Sie in Behandlung?“, will die Richterin weiter wissen. Der Kärntner schüttelt den Kopf, gibt aber zu Protokoll, nur noch gelegentlich zu spielen. „Vielleicht einmal im Monat“, erzählt er im Zeugenstand. Auf die Frage, ob er denn von heute auf morgen gar nicht mehr spielen könnte, wusste er keine Antwort. Wie der Angestellte überhaupt in die Spielsucht hineingeraten sei, könne er heute auch nicht mehr sagen. „Ich habe immer gut verdient, hatte nie Geldprobleme“, sagt der Kärntner. In den Jahren 2022 bis 2025 sei es dann eskaliert, bei über 100 Anbietern habe er ein Benutzerkonto gehabt und gespielt. „Wie viel Geld haben Sie denn in Summe verloren?“, bohrt die Richterin weiter nach. „Den Betrag kann ich nicht beziffern, es ist aber sehr viel Geld“, bekommt sie als Antwort.

Nach nur 30 Minuten schließt sie den Akt. Eine Entscheidung ergeht schriftlich. Seit Jahren beschäftigen hunderte Spielerklagen gegen illegale Online-Casinos die heimischen Gerichte. Hier waren bislang die Spieler klar auf der Gewinnerseite. Die Online-Casinos haben reihenweise Gerichtsverfahren verloren und müssen Spielern ihre Verluste ersetzen. 

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