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Wie lange muss man Lotto spielen, um zum Millionär zu werden?

In Österreich wird gern und viel gespielt – vor allem Lotto. Zum Millionär werden aber die wenigsten. Wieso bleibt der Reiz trotzdem?

Die Suche nach den sechs Richtigen gleicht jener nach der Nadel im Heuhaufen.
© WERNER KERSCHBAUMMAYR
Die Suche nach den sechs Richtigen gleicht jener nach der Nadel im Heuhaufen.
Ennio Resnik

Wer wäre nicht gerne der oder die eine von Millionen? Lotto prägt das Bild der österreichischen Trafik so, wie nichts anderes. Österreich ist ein Land der Spielerinnen und Spieler – laut einer Studie geben rund 41 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher an, im vergangenen Jahr zumindest einmal an Glücksspielen teilgenommen zu haben. Lotto sticht dabei heraus – der Statistik zum Trotz.

Erst am Mittwochabend wurde bekannt, dass der Lottogewinn von 1,2 Millionen Euro in die Steiermark geht. Der elfte von zwölf Tipps auf dem Schein enthielt die sechs Richtigen. Die Gewinnzahlen: 1,6,7,13,33,38. Abgegeben wurde der Tipp auf einem regulären Lottoschein.

Gewinn von mehr als 12 Millionen Euro noch nicht abgeholt

Der Gewinn ist damit bereits der zweite in kurzer Zeit, der in die Steiermark geht. Denn mehr als 12 Millionen Euro warten seit Ende Juli noch immer darauf abgeholt zu werden. Der Steirer oder die Steirerin , dessen Tipp das große Los war, hat sich nach wie vor nicht gemeldet.

Bei all diesen Siegen stellt sich die Frage: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit wirklich, sechs Richtige zu tippen? Die Antwort: sie liegt bei etwa 1:8.145.060 oder 0,0000123 Prozent. Zum Vergleich wäre dies gleich wahrscheinlich wie: 23-mal eine Münze zu werfen und jedes Mal „Kopf“ zu erhalten. Würde man jede Woche einen Tipp abgeben, würden es mehr als 100.000 Jahre dauern, einen Jackpot zu erreichen. Damit das heutige Los gewinnt, hätte man also rund um die Eiszeit in Europa zu tippen beginnen müssen. Doch das scheint die abertausenden Spielerinnen und Spieler nicht zu hindern. Sie spielen trotzdem gerne. Warum?

Der Gewinn bleibt ein Wunsch

„Rationalität spielt eigentlich nicht wirklich eine Rolle“, sagt Monika Lierzer. Sie leitet die Fachstelle für Glücksspielsucht in der Steiermark. „Manchmal ist es der kleine Kick.“ Die Glückszahl, die noch so kleine Chance, vielleicht doch zu gewinnen. Es ist der kleine Traum von den Millionen. „Heute ist mein Glückstag… Warum nicht? Es ist Schicksal.“ Trotzdem müsse man unterscheiden zwischen einer spontanen Entscheidung und langjähriger Routine.

Es sind die kleinen Gewinne, die Spielerinnen und Spieler immer wieder zum Kauf des nächsten Loses motivieren. Auch das hat seine Gründe. Glücksspiel visiert gezielt das Belohnungssystem des menschlichen Gehirns an. „Würde man nicht immer wieder ein bisschen gewinnen, gäbe es bald keine Lotterien mehr“, so Lierzer.

Rationalität spielt eigentlich nicht wirklich eine Rolle.

— Monika Lierzer, Leiterin der Fachstelle für Glücksspielsucht in der Steiermark

Immerhin ist der wöchentliche Lottospieler oder die Spielerin noch weit entfernt von den Fängen des einarmigen Banditen. „Die Ausgangssituation ist eine ganz andere“, sagt Lierzer. „Wenn man davon ausgeht, dass einer von drei Automatenspielern in die Sucht fällt, liegt das Suchtpotential des Lottoscheins fast bei Null.“

Suchtrisiko ist gering

Das hat viele Gründe. Zum einen dauert das Warten auf das Ergebnis länger, die Spielerinnen und Spieler sind nicht dauerhaft einer kurzen Belohnung ausgesetzt, müssen nicht immer wieder nachlegen. Zusätzlich trifft der kurze Weg zur Trafik für einen neuen Schein bei weitem auf mehr gesellschaftliche Akzeptanz als tagelanges Zocken am Automaten. Suchtpotential hin oder her, Fakt ist: Der durchschnittliche Lottoschein entpuppt sich leider doch meistens als Niete.

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