Fast-Food-Abfall bringt Gemeinden zum Verzweifeln
Parks, Bushaltestellen oder der schlichte Straßengraben. Umweltsünder entsorgen ihren Müll, wo auch immer sie wollen. So steht es um die Sauberkeit in den Mittelkärntner Kommunen.

Immer wieder kommt es vor, dass man Müll erblickt, der nicht in, sondern neben der Tonne liegt. Man findet oft einen Becher am Straßenrand, eine Schachtel Zigaretten am Gehweg oder eine zertretene Dose. Ein Rundruf durch die Mittelkärntner Gemeinden zeigt, wo Umweltsünder unterwegs sind und was sie alles entsorgen.
Vorweg sei gesagt, dass nicht alles schlecht ist. „Bei uns ist es schon eher sauber und im Frühling machen wir auch eine Müllsammelaktion mit allen Vereinen, wo ich sehr stolz auf alle Teilnehmer bin“, stellt Gabriele Dörflinger (SPÖ), Bürgermeisterin von Klein St. Paul klar. Sie merkt einen Rückgang an Abfall. „An gewissen Straßen sammelten wir früher Massen von Müll, heuer nur einen Müllsack.“ Früher kam bei den Reinigungsaktionen im Schnitt ein Traktoranhänger voller Dosen, Flaschen und Jausenpapieren zusammen. Heuer war es nur ein winziger Bruchteil davon. „Anscheinend werfen die Leute durch den Pfand nichts mehr weg“, vermutet Dörflinger. Freitags ist der Bauhof immer mit der „Marktreinigung“ beschäftigt. Es werden Straßen und Bushaltestellen abgefahren und Müll aufgeklaubt. „Wenn man sowas wöchentlich macht, wird es wesentlich sauberer.“

Ein Blick quer über die Landkarte führt nach Gnesau, wo man einiges mehr zu beklagen hat. „Wenn ich von Klagenfurt oder Spittal nach Hause komme und dann die McDonald’s-Säcke am Straßenrand sehe, bekomme ich Bauchweh. Da denke ich mir schon: was ist mit denen los?“, erzählt Bürgermeister Erich Stampfer (ÖVP), der hier in zweierlei Funktionen spricht. „Als Landwirt, mit Feldern neben der Bundesstraße, klaube ich beim Heugen immer wieder einen Sack voll mit Dosen oder Zigarettenschachteln zusammen.“ Auch in Gnesau setzt man auf gemeinsame Säuberungsaktionen. „Für mich ist erschreckend, dass die Leute so achtlos sind.“
Wenn ich von Klagenfurt oder Spittal nach Hause komme und dann die McDonald’s-Säcke am Straßenrand sehe, bekomme ich Bauchweh.
— Erich Stampfer, Bürgermeister Gnesau
Auch nach Feldkirchen führen Straßen. „Es ist ein bisschen besser, aber es wird noch immer viel aus den Autos geworfen“, sagt Bürgermeister Martin Treffner (ÖVP). Besonders erschreckend sei für ihn, dass Abfall lieber auf den Boden geschmissen wird, obwohl es Mülleimer in der Nähe gäbe. Feldkirchen setzt auch auf eine Flurreinigung, an der zahlreiche Schüler teilnehmen. „Wir haben einmal 15 Säcke an einem Vormittag gesammelt. Eine kleine Besserung durch das Pfandflaschensystem sei spürbar. „Es muss appelliert werden, mehr für die Umwelt zu tun und richtig zu entsorgen.“
Badezimmer im Park gefunden
Was die Stadt St. Veit betrifft, so kämpft man bei den öffentlichen Sammelstellen immer wieder mit illegal abgelagertem Sperrmüll, Autoreifen, Speise- und Frittieröl sowie Metall- und Elektroschrott. Achtlos weggeworfenen Müll gibt es hauptsächlich entlang der Haupteinzugsstraßen, beim Zubringer S 37, beim Industriepark. Auch in der Herzogstadt wird im Zuge von Sammelaktionen der Müll beseitigt. Doch auch regelmäßige Kontrollen werden durchgeführt. Zwei Mitarbeiter sind dafür zuständig, die Stadt sauber zu halten. Auch kuriose Gegenstände wurden bereits entdeckt. Dazu zählen eine Badeinrichtung im Vituspark oder Elektrogerätschaften in der Biomülltonne.
Hinweise der Stadtgemeinde St. Veit
Um eine unnötige Lärmbelästigung für die Anwohnerinnen und Anwohner zu vermeiden, wird darum gebetenen, die Altglascontainer ausschließlich tagsüber zu nutzen. Die Einwurfzeiten werktags von 7 bis 20 Uhr sind einzuhalten, damit die Ruhezeiten in den Morgen- und Abendstunden sowie an Sonn- und Feiertagen gewahrt bleiben.
Strauch- und Grasschnitt gehört keinesfalls in die Biotonne. Gartenabfälle dieser Art können stattdessen kostenlos bei der Kompostieranlage in der Handelsstraße abgegeben werden.
Private Hecken und Blütensträucher, die in den öffentlichen Raum hineinragen (Überhang), müssen regelmäßig zurückgeschnitten werden. Entlang von Straßen, Gehwegen und Radwegen ist dies essenziell, damit diese sicher und ohne Behinderungen von Fußgängern, Radfahrern sowie dem Fahrzeugverkehr genutzt werden können.
In Glanegg fällt vor allem eine Sache auf: „Müll auf den Gemeindestraßen ist eher selten, aber auf Landes- und Bundesstraßen findet man immer wieder ein Mäci-Päckchen“, erklärt Bürgermeister Arnold Pacher (SPÖ) und ergänzt: „Es ist aber nicht so schlimm – da war es schon schlimmer.“ Nebenan, in der Gemeinde Liebenfels, hat man das gleiche Problem. „Man sieht oft McDonald’s-Säcke samt den Cola-Bechern“, führt Bürgermeister Klaus Köchl (SPÖ) aus. In seiner Gemeinde sei der Bauhof immer wieder damit beschäftigt, Müll aufzusammeln. Allzu negativ möchte man aber nicht sprechen. „Man sieht schon, dass von den Leuten Plastik mehr eingesammelt wird. Das ist auch der richtige Weg. Generell wurde es etwas weniger.“ Dennoch ein Appell: „Ich würde die Jugend bei den Rastplätzen gerne bitten, ihre Sachen wegzuräumen.“
Man sieht schon, dass von den Leuten mehr Plastik eingesammelt wird. Das ist auch der richtige Weg.
— Klaus Köchl, Bürgermeister Liebenfels
Eine Verbesserung hat man in Straßburg bemerkt. „Im letzten Jahr ist es etwas besser geworden. Das sehe ich auch beim Radweg“, sagt Bürgermeister Franz Pirolt (FPÖ). 95 Prozent der Leute würden mit dem Thema Müll bereits sorgfältig umgehen. „Ein paar hat man nicht im Griff. Man kann es auch selten nachverfolgen. Jemand fährt mit dem Auto vorbei und wirft seinen Dreck aus dem Auto.“ Doch im Großen und Ganzen sei man zufrieden. „Unser Müllhaushalt ist außerdem so gut, dass wir keine Gebühren erhöhen mussten“, freut sich Pirolt abschließend.