Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Trofaiacher Tierärzte: „Wert des Tieres ist deutlich gestiegen“

Tierarzt Hannes Mörtl und Tierärztin Claudia Frisch betreiben in Trofaiach eine Kleintierpraxis. Sie geben einen Einblick in ihren Arbeitsalltag und wie sich die Veterinärmedizin weiterentwickelt hat.

Hannes Mörtl und Claudia Frisch
© KLZ / Klara Erregger
Hannes Mörtl und Claudia Frisch
Klara Erregger
Redakteurin Regionalredaktion Leoben

Seit 1996 gibt es die Tierarztpraxis von Hannes Mörtl in Trofaiach, seit 2021 ist auch Claudia Frisch als selbstständige Tierärztin mit an Bord, die davor in der Tierklinik Leoben und in Wien tätig war. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich im Bereich der Veterinärmedizin viel verändert, wie die beiden Tierärzte wissen. Und in der obersteirischen Gemeinde haben sie immer viel zu tun.

„Als ich angefangen habe, zählte alles, was kleiner als ein Schwein war, gar nicht als richtiges Tier“, erinnert sich Mörtl an damalige Anschauungen. Seine Kleintierpraxis, in der hauptsächlich Hunde, Katzen und Nagetiere wie Meerschweinchen oder Kaninchen behandelt werden, passt also ganz und gar nicht in dieses veraltete Bild. Ähnlich steht es um die technische Ausstattung. Hat es laut Mörtl früher in einer Praxis nicht viel mehr als einen einzigen Behandlungstisch gegeben, gibt es in der Praxis von Mörtl und Frisch ein Röntgen- sowie ein Ultraschallgerät, eine Zahnstation und ein Labor, in dem Blutwerte ausgewertet werden.

Auch die Erwartungshaltung der Haustierhalter wird immer höher. Sie investieren viel mehr in die Gesundheit ihrer Tiere.

— Claudia Frisch, Tierärztin

„Der Wert des Tieres ist deutlich gestiegen. Aber auch die Erwartungshaltung der Haustierhalter wird immer höher. Sie investieren viel mehr in die Gesundheit ihrer Tiere“, erklärt Frisch, deren Spezialisierung in der Inneren Medizin liegt, während Mörtl für Weichteilchirurgie, zu der etwa auch die Kastration und die Sterilisation gehören, sowie Zahnmedizin zuständig ist. Für andere Spezialisierungen wie etwa Knochenbrüche oder Herzprobleme arbeite man eng mit Tierärzten aus der Region zusammen.

1 / 4
Vom Ultraschallgerät...
Vom Ultraschallgerät... © KLZ / Klara Erregger

Fast alles möglich

Bis hin zur Chemotherapie und Bestrahlung sei in der Tiermedizin fast alles möglich. „Deshalb kann man auch nicht mehr der Tierarzt für alles sein“, betont Mörtl. Grundsätzlich seien sie jedoch bei Routinebehandlungen für alles zuständig, was „Husten, Schnupfen, Juckreiz, Durchfall und Erbrechen“ betrifft, zählt Mörtl auf.

Notdienst gibt es in der Tierarztpraxis keinen mehr, doch bei besonders kritischen Patienten sei man jedenfalls erreichbar. Mörtls Ehefrau, Sabine Mörtl, ist seit 2006 ein wichtiger Bestandteil der Tierarztpraxis – meist ist sie es auch, die Anrufe entgegennimmt.

Man kann nicht mehr der Tierarzt für alles sein.

— Hannes Mörtl, Tierarzt

Auch schwere Momente kennen die Tierärzte. Wenn ein Tier stirbt oder eingeschläfert werden muss etwa. „Dabei handelt es sich meist um schwer kranke Tiere, die leiden. Auch wenn es zu unserer Arbeit gehört, nimmt es einen manchmal mehr und manchmal weniger mit“, so Frisch. Und Mörtl ergänzt: „Es gibt ja auch Tiere, die kennt man schon ewig.“

1 / 2
Auch Sabine Mörtl (links) ist ein wichtiger Bestandteil der Tierarztpraxis
Auch Sabine Mörtl (links) ist ein wichtiger Bestandteil der Tierarztpraxis © KLZ / Klara Erregger

Für Frisch war schon in der Volksschule klar, dass sie Tierärztin werden will. „Es hat für mich keinen Plan B gegeben.“ Dass die Tierliebe bei der 45-Jährigen auch jetzt noch sehr ausgeprägt ist, zeigt sich bei einem Blick auf ihre eigenen Haustiere: „Wir haben acht Hunde und acht Katzen“, verrät sie. Bei Mörtl war es ein wenig anders: Der Kapfenberger wollte in die Richtung der Naturwissenschaften gehen, dass es schließlich die Veterinärmedizin wurde, habe sich dann einfach ergeben. „Die Arbeit mit den Tieren ist sehr schön“, sind sich beide sicher.

Mehr aus der Region