Vorfälle mit Tankern vor dem Oman gemeldet
Die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO hat zwei Vorfälle mit Tankern vor der Küste des Oman gemeldet. Beim ersten Ereignis sei ein Tanker etwa elf Seemeilen nordöstlich von Lima von einem unbekannten Projektil getroffen worden. Dabei sei der Maschinenraum beschädigt worden. Das Schiff sei danach manövrierunfähig gewesen. Verletzte oder Umweltschäden seien nicht gemeldet worden. Der Vorfall ereignete sich demnach an der Einfahrt zur Straße von Hormuz.

Konkret etwa elf Seemeilen nordöstlich von Lima auf der omanischen Halbinsel Musandam. Im zweiten Fall habe der Kapitän eines Tankers 21 Seemeilen nordöstlich von Khasab von einer Wasserfontäne und einer Explosion in unmittelbarer Nähe seines Schiffes berichtet. Schäden seien gemeldet worden. Die für den weltweiten Handel vor allem mit Öl und Gas wichtige Schifffahrtsregion ist durch den Krieg zwischen den USA und dem Iran stark beeinträchtigt.
Der Iran verlangt, dass Schiffe in der Straße von Hormuz eine Route entlang seiner Küste nehmen. Teheran hat wiederholt erklärt, nur die vom Iran vorgegebene Route durch die Meerenge sei sicher. Der Streit um die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge und die Frage, wie die Durchfahrt geregelt wird, ist ein wesentlicher Grund, warum der Krieg zwischen den USA und dem Iran zuletzt wieder eskalierte.
Die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz im Jemen hat indes nach eigenen Angaben acht saudische Öltanker zu einem Kurswechsel gezwungen. Diese müssten nun vom Roten Meer über das Kap der Guten Hoffnung vor Südafrika fahren, um ans Ziel zu kommen - bei einer Fahrt vom Roten Meer in Richtung Asien ein langer und teurer Umweg. Eine Bestätigung von Saudi-Arabien gab es zunächst nicht. Der Finanzdienst Bloomberg berichtete, sechs saudi-arabische Öltanker würden den Umweg um den afrikanischen Kontinent nehmen.
Saudi-Arabien kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit mehr als zehn Jahren gegen die schiitische Miliz. Im Zuge des Iran-Kriegs ist auch deren Konflikt neu eskaliert. Sowie der Iran die Hormuz-Straße kontrollieren die Houthi vom Jemen aus die wichtige Meerenge Bab al-Mandab. Es wird befürchtet, dass auch dieses Nadelöhr durch Angriffe faktisch geschlossen wird - mit noch schwereren Folgen für den Welthandel und Energiepreise.
Komplett geschlossen scheint der Bab al-Mandab bisher aber nicht. Der Datenanbieter Kpler meldete am Freitag, dass 47 Schiffe den Seeweg in beide Richtungen durchfahren hätten.
Im Gegensatz zum Iran die Meerenge von Homruz betreffend, gebe es derzeit keine Pläne, Gebühren für die Durchfahrt zu erheben, teilte ein Büro für humanitäre Angelegenheiten der Huthi in Sanaa mit. "Der Transit durch den Bab al-Mandab ist kostenlos", teilte das Büro heute mit. Wer solche Gebühren erhebe, sei kein Vertreter der "Republik Jemen" - ein Verweis auf die international nicht anerkannte Houthi-Regierung im Norden des Jemen.