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Flüsse mit Wassermangel: Kraftwerkstopp und Not im Schiffsverkehr

Regen- und Gletscherwassermangel zeigen sich massiv. Rekorddürre kostet Verbund Hunderte Millionen. Betrieb bei Atomkraftwerken und Schifffahrt eingeschränkt.

Niedrigwasser an der Donau | Niedrige Pegelstände bereiten Binnenschifffahrt und Kraftwerken Probleme (Im Bild: die Donau bei Greifenstein)
© APA / Roland Schlager
Niedrigwasser an der Donau|Niedrige Pegelstände bereiten Binnenschifffahrt und Kraftwerken Probleme (Im Bild: die Donau bei Greifenstein)

Der an manchen Orten rekordniedrige Wasserstand der Donau bringt die Stromerzeuger in Österreich, Rumänien und Ungarn in die Bredouille. Wasser- und Kernkraftwerke müssen mangels Wasser die Produktion drosseln oder sogar vorübergehend einstellen. An einigen Messstationen sind historische Niedrigwerte bereits unterschritten. Bei Paks in Ungarn liegt der Wasserstand der Donau nach Angaben der dortigen Wasserwerke sogar 121 Zentimeter unter dem bisherigen Tiefstand.

Die Stromversorgung ist laut Behörden nicht gefährdet. Aber Entspannung ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Auch Tourismus und Fischerei sind betroffen.

Regen- und Gletscherwassermangel

Hintergrund sind mangelnde Regenfälle, aber auch zunehmend wenig Schmelzwasser von Gletschern, wie Florian Seidl, Sprecher des größten österreichischen Wasserkraftwerksbetreibers, Verbund, sagte: „Eigentlich sollten wir jetzt das Wasser aus der Schneeschmelze abarbeiten, aber aufgrund der Erderwärmung fällt immer weniger Schnee.“ Beim teilstaatlichen Verbund liegt die Produktion rund 30 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

Das Balkendiagramm zeigt den Erzeugungskoeffizienten der Stromproduktion durch Flusskraftwerke in Verbund-Kraftwerken in Österreich von 1996 bis 2026. In den Perioden 1996–2005, 2006–2015 und 2016–2025 lag der Wert jeweils über dem Durchschnitt. Für das Jahr 2026 wird ein Wert von 0,68 und damit deutlich unter dem Durchschnitt erwartet. Quelle: Verbund.

Allein die Auswirkungen der Dürre – im Vergleich zu einem Regeljahr – bezifferte der Verbund-Vorstand im ersten Halbjahr 2026 mit 370 Millionen Euro.

So wirkt sich die Dürre in Kärnten aus

Auch an fast allen Zubringern zur Donau in Oberösterreich herrscht Wassermangel. Viele der mehr als 4000 Kleinwasserkraftwerke sind betroffen, mit bis zu 50 Prozent gedrosselter Produktion oder gänzlichem Stopp.

Kernkraftwerke gedrosselt oder abgeschaltet

In Rumänien sank der Wasserstand der Donau auf ein Drittel des durchschnittlich im Juli gemessenen Werts. Dort mussten beim Kernkraftwerk Cernavoda beide funktionierenden Reaktorblöcke abgeschaltet werden. Sie erzeugen normalerweise etwa ein Fünftel des Stroms in Rumänien.

In Ungarn wurde am Kernkraftwerk Paks, etwa 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Budapest, schon einer der vier Reaktorblöcke abgeschaltet. Das drohe auch bei den drei anderen, sagte Ministerpräsident Péter Magyar.

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Ausbleibender Niederschlag und hohe Temperaturen sorgen für niedrige Pegelstände auf der Donau | Schiffe am Trockenen bei niedrigem Wasserstand der Donau bei Greifenstein
Ausbleibender Niederschlag und hohe Temperaturen sorgen für niedrige Pegelstände auf der Donau|Schiffe am Trockenen bei niedrigem Wasserstand der Donau bei Greifenstein © APA / Roland Schlager

Fracht- und Urlauberschiffe eingeschränkt

Der Schiffsverkehr ist aufgrund des Niedrigwassers bereits eingeschränkt. Kreuzfahrten von Passau nach Wien enden vorzeitig. Der österreichische Wasserstraßenbetreiber viadonau warnt auf seiner Webseite vor den Stellen mit besonders geringer Wassertiefe.

Diese Woche blieb nahe dem rumänischen Donauhafen Cetate ein Kreuzfahrtschiff mit fast 240 Menschen an Bord in einer Sandbank stecken. Alle Passagiere konnten in Sicherheit gebracht werden. Frachtschiffe können nur noch teilweise beladen werden und fahren dadurch Verluste ein.

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