Österreichs erstes Earthship lädt in Steuerberg zum Festival
Was tut sich ein Jahr nach der Eröffnung des ersten Earthships in Österreich? Die Kleine Zeitung hat bei Gründerin Alexandra Margarita Sacher Santana nachgefragt.

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde das erste Earthship Österreichs am Peintnerhof am Wachsenberg in der Gemeinde Steuerberg eröffnet. Was hat sich in dieser Zeit an diesem Lern- und Lehrlabor für Permakultur getan?
„Heuer ist die Zeit der Rückbesinnung“, erklärt Alexandra Margarita Sacher Santana. Sie plante das Earthship („Erdschiff“) mit ihrem Mann Heinz Breschan und stellte den Bau nach seinem Tod im Jahr 2023 auf seinen Wunsch hin fertig. Earthships sollen deren Bewohnern Autarkie etwa bei der Wasser- und Energieversorgung, Lebensmitteln und Wärme ermöglichen. Das Earthship am Peintnerhof wird von Sacher Santana als land- und forstwirtschaftlicher Betrieb und Produktionsstätte geführt. Sie selbst wohnt nicht dort, sondern in unweiter Entfernung in Feldkirchen. „Grundsätzlich ist es als Bauernhaus gedacht. Es gibt Führungen und Workshops und es ist und bleibt weiterhin ein Lern- und Lehrlabor für Permakultur“, erklärt Sacher Santana.

Neues Pilz-Projekt
Die CBD-Hanfproduktion, für die sich anfangs drei Familien zusammengeschlossen hatten, gibt es mittlerweile nicht mehr: „Der Markt ist zusammengebrochen.“ Doch im Herbst startet die gebürtige Wolfsbergerin mit einem neuen Projekt, nämlich dem Anbau von essbaren Vitalpilzen wie Shiitake oder Löwenmähne (Igel-Stachelbart). Einerseits sollen damit gehobene Restaurants beliefert werden, damit der Hof auch ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein hat, andererseits gibt es auch eine Kooperation mit der Fachhochschule Villach. „Es soll erforscht werden, inwiefern sich das Myzel der Pilze als Baustoff eignet“, so Sacher Santana.
Erfolg mit klimastrategischer Aufforstung
Zum Peintnerhof gehören zwei Hektar Wiese, auf der Wildkräuter wachsen. Diese werden etwa für die Produktion von Kräutersalzen verwendet. Weitere drei Hektar sind Waldfläche, die bereits vor sieben Jahren klimastrategisch aufgeforstet wurden. „Nun habe ich Unterstützung durch die öffentliche Hand für die weitere Pflege des Waldes zugesagt bekommen, da die Aufforstung als Best-Practice-Beispiel angesehen wird“, ist Sacher Santana stolz. Außerdem wurden Esskastanien und Nussbäume gesetzt – hier soll in den nächsten Jahren mit der Produktion begonnen werden: „Solche Projekte haben immer eine längere Vorlaufzeit.“

Nach einem Jahr zieht Sacher Santana eine positive Bilanz: „Ich bin mehr als zufrieden. Ein Architekt aus New York hat sich mit einer Gruppe das Earthship angesehen und danach gemeint, dass er schon viele auf der Welt gesehen hat, aber das hier ist das Schönste.“
Permafestival
Wer sich selbst vom Earthship am Peintnerhof und allem, was dazugehört, ein Bild machen möchte, hat im Rahmen des Permafestivals, das von 6. bis 9. August stattfindet, die Gelegenheit dazu. Speziell am Samstag, dem 8. August, ist die Öffentlichkeit bei freiem Eintritt eingeladen. Es gibt ein Tagesprogramm mit verschiedenen Workshops (teilweise kostenpflichtig), einer Ausstellung und einem Kinderprogramm. Außerdem stellen sich an diesem Tag regionale und regenerative Initiativen vor. Die Eröffnung erfolgt um 11 Uhr im Earthship durch die Gründerin selbst. Alle weiteren Infos gibt es unter permakultur.at.