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Dariush Lotfi und „Ziehvater“ Shahbaz Shahnazi sind wieder vereint

Bei der EM in Paris ist Ex-Trainer Shahbaz Shahnazi wieder Teil des rot-weiß-roten Teams rund um Wasserspringer Dariush Lotfi. Dieser verlässt Graz.

Dariush Lotfi zieht im Herbst von Graz nach Wien
© GEPA pictures/ Matic Klansek
Dariush Lotfi zieht im Herbst von Graz nach Wien

Shahbaz Shahnazi war für Dariush Lotfi so etwas wie eine Vaterfigur. Als der Wasserspringer 15-jährig von England nach Graz kam, war der damalige Trainer der GAK-Wasserspringer seine größte und wichtigste Bezugsperson in seiner neuen Heimat. Was folgte, war fast eine Sportgeschichte wie aus dem Bilderbuch: Der Iraner Shahnazi verhalf der Grazer Wassersprung-Szene zu noch nie dagewesenen Erfolgen und Lotfi reifte in der Grazer Auster zu einem weltklasse Wasserspringer. Der Europameistertitel im Synchronspringen mit Anton Knoll im Jahr 2024 war seine bislang größte Errungenschaft – und obwohl Shahnazi da nicht mehr in Graz war, hatte er wohl großen Anteil daran. Der Trainer wechselte nach Deutschland und kehrte nun wieder nach Österreich zurück – vor der Europameisterschaft in Paris sind der Sportler und sein „Ziehsohn“ damit wieder vereint.

Dariush Lotfi und Ex-Trainer Shahbaz Shahnazi vor dem Becken, in dem es um die EM-Medaillen geht
© KK
Dariush Lotfi und Ex-Trainer Shahbaz Shahnazi vor dem Becken, in dem es um die EM-Medaillen geht

Der Grund ist ein trauriger. Nach dem unerwarteten Ableben von Walter Bär übernahm Jakub Maly interimistisch den Posten des Sportdirektors im Österreichischen Schwimmverband – Shahnazi holte er für die Sparten Wasserspringen und Synchronschwimmen zurück nach Österreich. Auch zum Glück für Lotfi. „Shahbaz war wie ein Vater für mich. Er hat mir sehr geholfen, nicht nur im Sport. Ich war damals 15, als ich nach Graz gekommen bin, ohne seine Hilfe wäre ich nicht weit gekommen.“ Der Abgang seines Trainers war für ihn dann eine „Umstellung“, wie er sagt: Graz blieb sein Lebensmittelpunkt, aus Trainingsgründen zog es ihn aber fortan viel häufiger nach Wien. „Wir haben nie für immer ,Tschüss‘ gesagt“, sagt Lotfi, „bei Wettkämpfen haben wir uns immer wieder gesehen. Aber es freut mich sehr, dass er jetzt wieder zurück ist. Er macht seinen Job richtig gut.“

Dieser Job zieht Shahnazi fortan weniger an den Beckenrand als in den letzten Jahren. Der vierfache Asienmeister aus Teheran kam 2013 nach Graz und war zuletzt am deutschen Stützpunkt für Wasserspringen in Dresden tätig. Nun arbeitet er im Trockenen: „Mein Ziel ist es, die Struktur in Österreich klarer zu machen und für den Nachwuchs etwas aufzubauen“, sagt er. Als Chef sieht er sich nicht: „Ich bin seit 31 Jahren in diesem Sport. Ich will das, was ich gelernt habe, weitergeben.“

Nach Ermüdungsbruch wieder fit

Lotfi springt in Paris ab Dienstag die Wettkämpfe vom Ein- und vom Drei-Meter-Brett sowie den Synchronbewerb mit Anton Knoll. Es wird sein letztes Großereignis als echter Grazer: Im Herbst zieht er aus Trainingsgründen endgültig nach Wien. Die größten Chancen auf Erfolg haben die ehemaligen Europameister wieder vom Synchronbewerb auf dem Turm. Ein Ermüdungsbruch beim Schienbein schränkt Lotfi zwar mittlerweile nicht mehr ein, tat dies aber noch im Frühjahr in der Vorbereitung. Und auch die Tatsache, dass die im Wasserspringen bravourösen Russen wieder zur EM zugelassen sind, lassen Lotfi bescheiden wirken. „Ich kann nach meiner Verletzung wieder machen, was ich machen muss“, sagt Lotfi und gibt die Marschroute vor: „Mit Platz fünf sind wir zufrieden.“

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