Das Olala ist im Herzen der Stadt Lienz angekommen
Von lustigen Mitmachaktionen über den Kinderzirkus hin zu atemberaubender Akrobatik und einem schwebenden Leguan – das Olala-Festival verzaubert ganz Lienz.
Drei Abende lang war das Olala-Zirkus- und Straßentheater-Festival ausschließlich an der Talstation der Hochstein-Bahn zu Gast. Der „Cirque la Compagnie“ beeindruckte im stets restlos ausverkauften Zirkuszelt mit einer grandiosen Show und einem umjubelten Mix aus Humor, Poesie, Musik und Akrobatik. Doch nun ist das Olala im Herzen der Stadt Lienz angekommen. Seit Donnerstagfrüh und bis zur großen Mittagsparade am Samstag verwandeln Straßenkünstler, „Walking Acts“, Musikanten, Artisten und Schausteller die Gassen und Plätze von Lienz in eine große Bühne für Besucherinnen und Besucher aus Nah und Fern.
Besonders die Kleinen und die Junggebliebenen kommen den ganzen Tag über auf ihre Kosten. „Pirene“ auf dem Johannesplatz etwa lädt dazu ein, die Landschaft der Pyrenäen spielerisch zu entdecken: auf Murmelbahnen, die Geschick, Neugier und Einsatz fordern. Jede Interaktion auf den Bahnen der spanischen Schausteller von „Apikipala“ wird so zu einer kleinen Bergbesteigung. Noch mehr Action ist beim Mitmach-Zirkus am Iselkai geboten: Bei „Drums on Fire“ aus Österreich kann sich jeder selbst an Diabolos und Devilsticks auf Stelzen oder Einrädern ausprobieren.
Überhaupt steht Interaktion beim heurigen Olala im Fokus. So fordert die Show „Play Ground“ die Menschen auf, Teil eines großen Ganzen zu werden. Über Kopfhörer bekommen die mutigen Mitmachenden Anweisungen zugeflüstert, die Schritt für Schritt zu einer energiegeladenen Choreografie führen. „Das zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie viel möglich ist, wenn Menschen zusammenkommen und sich aufeinander einlassen“, heißt es im Olala-Programmheft, das für zwei Euro am Infostand zu bekommen ist.
Ein Erinnerungsfoto der besonderen Art kann man bei „Plet Portret“ anfertigen lassen. Aber Vorsicht: Die große Pointe dieser Mitmachaktion kommt zum Schluss. Verantwortlich für die humorvolle Fotobox zeichnen die Niederländer von „Gras van de Buren“, die an den Nachmittagen auch zum „mobilen Volleyballspiel“ animieren. Wann, wo und wie gespielt wird, hängt dabei von den Besuchern ab.
Olala wäre nicht Olala ohne faszinierende Artistik. Den Auftakt vieler atemberaubender Shows bildete das Duo „Compagnie Zalatai“. Sie erzählen die Geschichte zweier Artisten, die in der Zirkuswelt verschiedene Sprachen sprechen. Bei Alexander Koblikov aus der Ukraine sind die Möglichkeiten der Jonglage scheinbar unendlich und gipfeln im Jonglieren mit neun Bällen. Währenddessen klettert die Französin Charlotte de la Brétèque auf einem 20 Meter hohen Seilapparat, wickelt sich in Knoten und Figuren ein, um im freien Fall bis kurz über den Boden abzustürzen. Im Laufe der Performance nähern sich die beiden dann einander an und kombinieren ihre Fähigkeiten.
Auch die ersten „Walking Acts“ sind bereits zu bestaunen. So schwebt ein aus Luftballons geflochtener, fast zehn Meter langer Leguan durch die Stadt. Auch das Olala-Maskottchen kann erstmals entdeckt werden. Und die US-Künstlergruppe „Kikimora“ erstaunt mit pompösen Kostümen und extravaganten Designs – Magie pur.
Elisa Mutschlechner, die mit ihrer Schwester Theresa in die Fußstapfen ihres vor zwei Jahren verstorbenen Vaters – Hans Mutschlechner war Gründer und Mastermind des Festivals – getreten ist, zeigt sich vom Start in der Stadt begeistert: „Es war schon um 10 Uhr richtig voll. Ich bin total fasziniert davon, wie viel überall los ist.“ Auch das erste Feedback der Künstler sei ausgezeichnet, so die Olala-Macherin. Wer die Acts Donnerstagfrüh verpasst hat, muss sich übrigens nicht grämen. Alle Shows werden mindestens zweimal gezeigt – Teil des neuen Olala-Konzeptes. Und da es sowohl im übertragenen wie im direkten Sinne weiter heiß hergehen wird, gibt Mutschlechner allen Gästen einen Rat mit auf dem Weg in die City: „Nehmt Trinkflaschen mit, setzt Kappen auf, nutzt die Trinkwasserbrunnen und gebt aufeinander Acht.“
