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Wirbel um möglichen Bärenriss am Hochschwab, eindeutiger Beweis fehlt

Die Gerüchteküche kocht: Auf der Schießlingalm soll ein Bär ein Kalb gerissen haben. Das Verletzungsmuster würde zu einem Angriff passen, klare Beweise gibt es aber keine.

Der letzte Bär im Hochschwabgebiet wurde 2012 gesichtet (Symbolbild)
© IMAGO/Riverriver
Der letzte Bär im Hochschwabgebiet wurde 2012 gesichtet (Symbolbild)
Markus Lösel
Redakteur Mürztal

Der wahrscheinlich letzte Bärenbesuch in der Region datiert aus dem Jahr 2012. Hier soll Meister Petz Bienenstöcke in St. Ilgen zerstört und ein Schaf in Wildalpen gerissen haben.

14 Jahre später macht wieder die Runde, dass ein Bär zu Gast war. Er soll auf der Aflenzer Schießlingalm ein Kalb gerissen haben, munkelt man. Bestätigung dafür gibt es allerdings keine. Woher sich die Gerüchte nähren? Ein Bär tötet meistens mit roher Gewalt, schlägt mit seinen Pranken zu. Das Verletzungsbild des Kalbes könnte dazu passen, bestätigten Amtstierarzt Gerd Kaltenegger und Bezirksjägermeister Anton Karlon: „Die Rippen des Tieres waren gebrochen.“

Ob es sich wirklich um einen Bärenriss gehandelt hat, lasse sich allerdings nicht bestätigen. Für eine DNA-Probe war das Tier, das vor seinem Fund bereits mehrere Tage vermisst war, bereits zu verwest. Die gebrochenen Rippen könnten von einem Absturz stammen. Der einhellige Tenor: Man sollte sich in dieser Sache keinen Bären aufbinden lassen.

35 Bären verschwunden

Auch jene slowenischen Braunbären, die zwischen 1989 und 1993 im Rahmen eines WWF-Projekts im Ötscher- und Hochschwab-Gebiet freigelassen wurden, sowie ihre Nachkommen, gibt es nicht mehr. „Die Idee dahinter war, die Bären wieder bei uns heimisch zu machen. Insgesamt hatten wir dann im Gebiet auch 35 Tiere, natürlich aber nicht alle gleichzeitig“, erzählt Artenschutzexperte Christian Pichler.

Im Jahr 2011 dokumentierte man schließlich mit dem zehn Jahre alten „Moritz“ zuletzt einen Braunbären in den Nördlichen Kalkalpen im niederösterreichisch-steiermärkischen Grenzgebiet. Er könnte es auch gewesen sein, der sich ein Jahr später in St. Ilgen blicken ließ. „Mittlerweile sind allerdings alle verschwunden und es gibt hier eigentlich keine Bären mehr von dieser Population“, so Pichler. Über die Gründe dafür kann übrigens nur spekuliert werden.

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