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Klagenfurter Unternehmerin behauptet sich in einer Männerdomäne

Seit über 40 Jahren öffnet der Klagenfurter Familienbetrieb „Pierzl & Bauer Schlüssel und Sicherheitsanlagen“ Türen, Tore und Tresore. Seit 2009 führt mit Petra Gärtner eine Frau die Agenden.

Petra Gärtner mit ihrem Team von „Pierzl & Bauer Schlüssel und Sicherheitsanlagen“ in Klagenfurt.
© Thomas Hude
Petra Gärtner mit ihrem Team von „Pierzl & Bauer Schlüssel und Sicherheitsanlagen“ in Klagenfurt.
Petra Eggerer
Redakteurin Regionalredaktion Klagenfurt

Mit ihm tun sich Tore auf, ohne ihn steht man vor der Tür: der Schlüssel. Anno dazumal fertigten ihn Schmiede reich verziert und in stattlicher Größe für einflussreiche Menschen an. Seit der Industrialisierung hat er seinen Charakter als Prestige-Objekt verloren und wurde zum seriell hergestellten Alltagsgegenstand. Und genau um diesen kümmert sich das Klagenfurter Familienunternehmen „Pierzl & Bauer Schlüssel und Sicherheitsanlagen“, das von Petra Gärtner in bereits zweiter Generation geführt wird.

Gärtner wollte eigentlich aufgrund ihrer großen Liebe zu Tieren – Hund Lola begleitet sie auf Schritt und Tritt – Tierärztin werden. Doch Vater Peter Pierzl, der im Jahr 1984 das Unternehmen gemeinsam mit seiner Frau Waltraud in der St. Ruprechter Straße gegründet hat, war davon weniger begeistert und überredete seine Tochter nach der Matura in die Firma einzusteigen. „Ich bin gekommen, um zu bleiben“, sieht die Unternehmerin, die eine Lehre zur Bürokauffrau absolvierte, es heute und stieg damit auch in eine männerdominierte Branche ein. 2009, nach dem Tod des Vaters, hat sie den Betrieb dann ganz übernommen. Drei Jahre später hat Gärtner dann einen Standortwechsel vorgenommen – von der St. Ruprechter Straße ging es nach langer Suche in die Rosentaler Straße. „Der alte Standort war einfach nicht mehr attraktiv genug“, erinnert sie sich.

15.000 Schlüssel und Zylinderteile

Schon ihr Vater hat den Trend der Zeit erkannt und hat sich unter anderem mit der Entwicklung von Software für Schlüsselberechnungsanlagen beschäftigt. „Diese hat er auch erfolgreich in Deutschland und Österreich vertrieben“, erzählt die Unternehmerin. Noch heute nutzt sie das Wissen des Vaters, ist in der Schlüsselproduktion händisch wie auch mit computergesteuerten Fräsen tätig, macht Schließanlagen, Hausbriefanlagen, Tresore, Alarmanlagen und Service, unter anderem für Hausverwaltungen und Banken. „Hinter jedem Fingerprint-System oder Kartensystem steckt eine Technologie, die wir dann betreuen“, weiß Gärtner aus ihrem unternehmerischen Alltag zu berichten. Die Arbeit geht ihr und ihrem Team gerade deshalb nicht aus. Im Lager warten übrigens rund 15.000 Schlüssel und Zylinderteile darauf, auch für jahrzehntealte Schließanlagen noch zum Einsatz zu kommen.

Apropos Team: Dieses besteht aus insgesamt acht Mitarbeitern. „Jeder Mitarbeiter ist extrem wertvoll. Wenn erfahrene Mitarbeiter in Pension gehen, geht auf einen Schlag auch enormes Know-how verloren“, weiß die Unternehmerin aus (leidiger) Erfahrung. „Das Wissen lässt sich nicht einfach nachkaufen. Das fehlt dann.“ Deshalb müsse sie bereits Jahre vor einer Pensionierung, die Nachfolge planen. Die Verbundenheit der mittlerweile pensionierten Mitarbeiter zum ehemaligen Arbeitgeber ist groß, nicht umsonst schaut Otto Gipfler, der maßgeblich am Aufbau des Unternehmens beteiligt war, einmal die Woche vorbei, wie auch Gärtners Onkel Amsel Pierzl, der als gelernter Installateur ebenfalls im Familienbetrieb mitarbeitete.

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