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Taschen und Tücher: Kärntner Gemeinde verkauft eigene Fan-Artikel

Die Gemeinde Steuerberg verkauft seit Kurzem eigene Merchandising-Artikel. Auch Altlandeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hatte seine „Stimme im Spiel“.

Ein Foto der Merchandising-Artikel der Gemeinde Steuerberg: Eine Filztasche, ein Rucksack und ein Strandtuch.
© KK/Gemeinde Steuerberg
Steuerberg-Rucksack, -Filztasche oder -Strandtuch gefällig? Die Gemeinde setzt auf Merchandising-Artikel
Andreas Hoi
Redakteur Regionalredaktion St. Veit und Feldkirchen

Merchandise-Artikel kennt man. Wenn Fußballvereine zum Beispiel Trikots, Kappen, Sonnenbrillen oder Ähnliches anbieten, dann ist das nichts Neues, sondern ein Teil des Spiels – um wirtschaftlich zu wachsen und seine Einnahmen zu steigern.

Wenn jedoch plötzlich kleine Gemeinden in Kärnten beginnen, Merchandise-Artikel anzubieten, ist das nicht ganz so alltäglich. Durchforstet man aktuell die Homepage der Gemeinde Steuerberg, wird vielleicht eines auffallen: Man bekommt Taschen, Rucksäcke und Strandtücher angeboten – gebrandet mit dem Logo der Gemeinde Steuerberg.

Nachfrage stimmt

„Ich habe mitbekommen, dass das die eine oder andere Gemeinde bereits macht und habe es für sinnvoll gehalten, so etwas auch für unser Steuerberg zu kreieren“, erzählt Bürgermeister Werner Egger (SPÖ) über die Entstehung der Idee. „Dabei haben wir uns bewusst auf eine Verbindung zum Goggausee konzentriert und Rucksäcke, Filz-Badetaschen sowie Strandtücher herstellen lassen.“

Produziert werden die Artikel von der Firma Schriftsetzer in Feldkirchen. Mit der Nachfrage sei man in der Gemeindestube zufrieden. „Wir merken schon, dass es den Leuten gefällt“, meint Egger. „Teilweise werden die Sachen sogar als Geburtstagsgeschenke verkauft.“ Wie viel man genau an den Mann oder die Frau bringt, könne man nicht sagen. Für die Zukunft seien Erweiterungen, wie beispielsweise T-Shirts, nicht ausgeschlossen – auch, wenn in diese Richtung zurzeit „nichts geplant“ ist.

Egger: „Wir merken, dass es den Leuten gefällt.“
© Markus Traussnig
Egger: „Wir merken, dass es den Leuten gefällt.“

Auch CD im Angebot

Den großen finanziellen Wurf könne und wolle man mit dem Merchandising gar nicht machen. „Ich möchte, dass es diese Dinge als vernünftiges und liebevolles Präsent gibt. Es soll kostendeckend sein, aber es ist nicht unser Ziel, damit großartig Gewinn zu machen“, betont der Gemeindechef.

Ein besonderes Produkt ist auch eine eigene CD. An ihrer Geschichte ist auch der ehemalige Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) beteiligt. „Er hat in seiner Jugend einige Jahre in Steuerberg verbracht und in jener Zeit ist das ‚Steuerberglied‘ entstanden.“ Ein Lied, das in den vergangenen Jahrzehnten allerdings in Vergessenheit geraten ist. „Niemand außer Peter Kaiser hat den Text noch gekannt“, sagt Egger mit einem Lächeln. So ist man mit dem Altlandeshauptmann ins Tonstudio und hat das Lied gemeinsam mit „Bert Stubinger und den Karawanken“ auf den Tonträger gebracht. Die Produkte gibt es im Gemeindeamt sowie im Strandbad am Goggausee zu erwerben. Die CD kostet fünf Euro, Filztasche und Rucksack 25 Euro und das Strandtuch 27 Euro.

Stadt Feldkirchen setzt seit Jahren darauf

Alleine mit der Merchandise-Idee ist man in der Region nicht. Die Stadt Feldkirchen bietet seit 2015 verschiedenste Produkte an. Darunter: Polo-Shirts, T-Shirts, Kappen, Sonnenbrillen, Tassen, Plüschtiere oder auch Hüte. Die Auswahl ist groß. „Wir machen das seit 2015, seit ich im Amt bin“, sagt Bürgermeister Martin Treffner (ÖVP). Vor allem bei Gästen und Touristen würden die „Goodies“ gut ankommen. „Für uns ist es natürlich ein Werbemittel, aber wir wollen, dass es kostendeckend läuft.“ Das scheint zu gelingen, mit der Nachfrage sei man zufrieden. Die Produkte lässt man bei heimischen Unternehmen herstellen. Ein Polo-Shirt kostet zum Beispiel 21 Euro, eine Sonnenbrille gibt es ab drei Euro. Erhältlich sind die Werbeartikel im Touristikbüro.

Feldkirchen verkauft Merch-Artikel, seit Treffner 2015 ins Rathaus einzog
© Markus Traussnig
Feldkirchen verkauft Merch-Artikel, seit Treffner 2015 ins Rathaus einzog

Noch kein „Merch“ in Althofen

Üblich ist so ein Konzept in den Kommunen dennoch nicht. In Althofen ist ein solches Merchandising-Modell noch nicht geplant. „Aber das ist auf jeden Fall eine gute Idee, warum eigentlich nicht?“, sagt Bürgermeister Walter Zemrosser (LFA). Man besitze zwar verschiedene Produkte, wie zum Beispiel einen Schlüsselbund, Vasen oder Krüge, aber diese sind nicht zu erwerben. „Das sind Geschenke, die wir bei Ehrungen verteilen.“

Was es allerdings in der Gemeinde zu kaufen gibt, sind die Althofener Taler. „Diese sind bei etwa 80 Betrieben einlösbar und haben das Ziel, die Kaufkraft in der Stadtgemeinde zu halten“, betont der Stadtchef.

Zemrosser scheint sich Merchandise-Artikel vorstellen zu können
© Helmuth Weichselbraun
Zemrosser scheint sich Merchandise-Artikel vorstellen zu können

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