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Murauer Bäuerinnen zwischen Pilzzucht und Schafwollpellets

Die Rolle der Frau auf den heimischen Höfen steht im Fokus der diesjährigen Woche der Landwirtschaft. In Neumarkt gaben Bäuerinnen aus dem Bezirk Murau Einblick in ihre Arbeit.

Vorne: Elisabeth Neumann, Lena Schweiger, Marianne Gruber, Katharina Bischof und Hannes Neumann. Hinten: Martin Siebenhofer, Michael Puster, Theresa Siebenhofer und Daniela Zirker
© KLZ / Michaela Egger
Vorne: Elisabeth Neumann, Lena Schweiger, Marianne Gruber, Katharina Bischof und Hannes Neumann. Hinten: Martin Siebenhofer, Michael Puster, Theresa Siebenhofer und Daniela Zirker
Michaela Egger
Redakteurin Regionalredaktion Murtal & Murau

„Es gibt keinen Beruf, der so vielschichtig ist“, leitet der Murauer Kammerobmann Martin Siebenhofer ein. Im Rahmen der Woche der Landwirtschaft wird jährlich Einblick in die Arbeit der heimischen Land- und Forstwirte gegeben, heuer setzt man die Bäuerinnen in den Fokus.

Das Motto: „Wo Bäuerinnen wirken, wächst Zukunft“. Am Hof der Familie Elisabeth und Hannes Neumann in Baierdorf (Gemeinde Neumarkt) erzählten Bäuerinnen ihre Geschichten. Darunter die Hausherrin, die den Betrieb 2011 von ihren Eltern übernommen hat. Im Laufe der Jahre bauten sie und ihr Mann Hannes den Hof stetig aus. Ihr ist wichtig zu zeigen, dass die Frauen „nicht nur ein bisschen arbeiten“, sondern viele Aufgaben übernehmen und die Menschen „tagtäglich mit hochwertigen Lebensmitteln versorgen“.

Verzerrtes Bild

Es wird auch betont, dass die Bäuerinnen zum Teil selbst zu einem verzerrten Bild über ihre Leistungen beitragen würden. „Jede Einzelne sollte bei sich selbst beginnen, den eigenen Wert zu erkennen und selbstbewusst nach außen zu tragen“, so die Murauer Bezirksbäuerin Katharina Bischof. Vieles werde im Hintergrund geleistet – genau diese Tätigkeiten würden allerdings dazu beitragen, dass ein Betrieb funktioniert. Obendrein seien die Landwirtinnen oft gut ausgebildet und würden dafür sorgen, dass sich Höfe auf zusätzliche Standbeine stellen.

Zwei Paradebeispiele für innovative Landwirtschaft präsentieren Daniela Zirker und Theresa Siebenhofer. Siebenhofer betreibt mit ihrer Familie einen bergbäuerlichen Betrieb in Krakau – unter anderem werden Schafe gehalten. Auf der Suche nach einer sinnvollen Nutzung der Wolle entstand die Idee, Schafwollpellets herzustellen. Der wertvolle Dünger wird heute in Gartenmärkten, Gärtnereien oder auf Bauernmärkten verkauft. „Für mich bedeutet mein Beruf auch Verantwortung für Natur und Umwelt“, so Siebenhofer.

Ochsen und Pilze

Daniela Zirker aus St. Peter am Kammersberg bewirtschaftet mit ihrem Mann einen Vollerwerbsbetrieb mit Forstwirtschaft, Kälberaufzucht, Ochsenmast und seit 2021 mit Pilzzucht. Mittlerweile kultiviert man neun verschiedene Pilzsorten, die auf diversen Wegen vertrieben werden. „Auf den Bauernmarkt zu fahren ist mittlerweile unsere Leidenschaft geworden.“

Wichtig ist den Frauen auch, ihre Begeisterung und das Besondere an dem Beruf ihren Kindern weiterzugeben. Für den persönlichen Einblick in den Arbeitsalltag und die Leidenschaft für die Landwirtschaft bedankt sich der Murtaler Kammerobmann Michael Puster.

Konkrete Forderungen

Marianne Gruber, Murtaler Bezirksbäuerin, verweist auf ein Positionspapier, das die Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Bäuerinnen erarbeitet hat. Das Papier gibt Einblick in den Beruf, es werden aber auch konkrete Forderungen gestellt, etwa nach verstärkter Präsenz in agrarischen Gremien.

Die Bäuerinnenorganisation ist in jedem steirischen Bezirk aktiv, für Murtal, Murau und Leoben ist Lena Schweiger als Geschäftsführerin und Fachberaterin im Einsatz. Ziel ist etwa, in der Bevölkerung mehr Verständnis für die Landwirtschaft zu schaffen und mit diversen Angeboten Bäuerinnen zu unterstützen.

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