Was dieses riesige Rotorblatt auf der Weinebene zu bedeuten hat
Die Lieferung der Großkomponenten für den Windpark Bärofen erfolgt schrittweise. Der Windpark soll planmäßig im Frühjahr 2027 in Betrieb gehen.

Sommerzeit ist auch Wanderzeit. Ein beliebtes Ausflugsziel ist die Weinebene unweit der steirischen Grenze. Zahlreiche Steirer und Kärntner sind dort anzutreffen. Derzeit prägen auch gewaltige Windpark-Bauteile das Areal. Der Grund: Der Windpark Bärofen mit acht Windrädern wird gebaut. Besonders auffällig war zuletzt ein riesiges Rotorblatt, das mit seinen knapp 70 Metern Länge den gesamten, eigens dafür befestigten Parkplatz einnimmt.
Wer zum Wanderweg gelangen möchte, der unter anderem auch zum Windpark Handalpe führt, muss derzeit einen Umweg um den Bauzaun nehmen. Für Verwunderung sorgt die Beschriftung: „Weinebene vorübergehend geschlossen“ auf der wohl aus Google-Maps kopierten Grafik. Auf einem leuchtend gelben Schild steht: „Achtung Langsamer Schwertransport – Behinderungen, Anhaltungen, 30 Minuten Zeitverzögerungen.“

Kaum ein anderes Windpark-Projekt sorgte in den vergangenen Jahren für so viele Diskussionen im Lavanttal wie der Windpark Bärofen. Nachdem das Land Kärnten das Vorhaben durch eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) bewilligte, regte sich lauter Widerstand. Sowohl das Bundesverwaltungsgericht als auch der Verwaltungsgerichtshof wiesen die Rechtsmittel der Projektgegner jedoch ab. Danach fiel im Mai letzten Jahres der Baustart.
Was ist nun der aktuelle Stand beim Windpark-Projekt? Wir haben beim burgenländischen Unternehmen Püspök, das den Windpark noch vor dem Bau von der Firma Ecowind übernommen hat, nachgefragt. „Die Anlieferung der Großkomponenten erfolgt schrittweise entsprechend dem Baufortschritt. Nach Abschluss des Turmaufbaus werden die Gondeln, Naben und Rotorblätter montiert. Die Montage der einzelnen Anlagen erfolgt dann sukzessive“, informiert das Unternehmen.

Der Windpark Bärofen selbst werde „planmäßig im Frühjahr 2027 in Betrieb gehen“: „Wir liegen gut im Gesamtzeitplan und können diesen nach derzeitigem Stand einhalten“, so das Unternehmen weiter. Bereits im Herbst wird der Windpark planmäßig fertiggestellt. Zunächst folge der Probebetrieb und im Anschluss werden die Anlagen dann in den regulären Betrieb übergehen.

Durch den Bau müssen auf einer Länge von 18 Kilometern auch Stromableitungen, die vom Bärofen über den Prössinggraben bis hin nach Wolfsberg verlaufen, gänzlich erneuert und ausgebaut werden. „Die Arbeiten werden abschnittsweise durchgeführt, um die Auswirkungen auf Verkehr und Anrainer möglichst gering zu halten“, so das Unternehmen. So werden die Baustellen im Ortsgebiet „laufend abgeschlossen und in den kommenden Wochen finalisiert, dazu zählt auch die Wiederherstellung der betroffenen Bereiche“.


Laut UVP sollte der Umladeplatz für die Rotorblätter eigentlich auf steirischer statt auf kärntner Seite liegen. Dazu hieß es von der Püspök: „Für die ursprünglich genehmigte Anlagentyp (VESTAS V-112) wurde davon ausgegangen, dass lediglich auf der steirischen Seite des Weinebene-Parkplatzes eine Logistiknutzung für den Windpark erforderlich ist. Für die nunmehr geplante Anlagentype ENERCON E-138“ habe sich herausgestellt, „dass die Flächen auf der steirischen Seite für die Komponenten der aktuellen Anlagentype nicht ausreichend dimensioniert sind“.
Ein Überblick der Windparks im Lavanttal
Windpark Steinberger Alpe: 6 Windkraftanlagen, 19,8 MW Gesamtleistung, gebaut (Kelag)
Windpark Soboth: 2 Windkraftanlagen, 6,6 MW Gesamtleistung, gebaut (Kelag)
Windpark Bärofen: 8 Windkraftanlagen, 34,08 MW Gesamtleistung, wird gebaut (Püspök)
Windpark Lavamünd: 7 Windkraftanlagen, 40 MW Gesamtleistung, wird gebaut (Kelag)
Windpark Peterer Alpe I: 8 Windkraftanlagen, 33 MW Gesamtleistung, Bauarbeiten sollen im Frühling 2027 beginnen (Kelag und ImWind)
Windpark Steinberger Alpe II: 9 Windkraftanlagen, 43,12 MW Gesamtleistung, Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht (Kelag und ImWind)
Windpark Pack: 10 Windkraftanlagen, 45 MW Gesamtleistung, geplant
Kein Anspruch auf Vollständigkeit!




