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Kind durch missglückte Gentherapie in China gestorben

Das sechsjährige Mädchen hatte einen seltenen Gendefekt, der die kognitive Entwicklung verzögerte. Die Eltern zahlten rund 700.000 Euro für die noch nicht erprobte Therapie. Der Vorfall wird nun untersucht.

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Eine Universität in China untersucht Berichte, wonach eine missglückte, bislang an Menschen noch nicht erprobte Gentherapie im vergangenen Jahr zum Tod eines damals sechsjährigen Mädchens führte. Der Todesfall habe in der veröffentlichten Forschungsarbeit bisher keine Erwähnung gefunden, teilte die Jiaotong-Universität in Shanghai am Sonntag mit. Die medizinische Fakultät der Hochschule messe deshalb „diesem Fall große Bedeutung bei“ und habe „eine spezielle Arbeitsgruppe“ zur Prüfung des Vorfalls eingerichtet.

Der Tod der unter dem Namen „Mei“ bekannt gewordenen Sechsjährigen erfolgte etwa eine Woche nach einer Infusion in den Bereich der Wirbelsäule, durch die eine Therapie im Gehirn erfolgen sollte, wie es in dem gemeinsamen Bericht des Magazins „Science“ und des Weblogs „Retraction Watch“ hieß.

Mädchen hatte seltene genetische Krankheit

Das Mädchen hatte eine seltene genetische Krankheit, die ihre kognitive Entwicklung verzögerte. Ihre Eltern zahlten umgerechnet rund 700.000 Euro für die noch nicht erprobte Behandlung.

Der leitende Forscher in dem Projekt, der Neurowissenschaftler Zilong Qiu, veröffentlichte anschließend in der renommierten Fachzeitschrift „Nature“ einen Artikel über Tierversuche in dem Zusammenhang. Mei wurde darin mit keinem Wort erwähnt.

Die medizinische Fakultät der Jiaotong-Universität erklärte zu ihrer Entscheidung, eine Untersuchung einzuleiten, sie habe „der Integrität der wissenschaftlichen Forschung sowie den Forschungsstandards stets große Bedeutung beigemessen“ und lehne medizinische und wissenschaftliche Forschung unter „Verstoß gegen ethische Grundsätze entschieden ab“. Je nach Ergebnis der Untersuchung würden „strenge Maßnahmen“ ergriffen, hieß es weiter. Laut dem Bericht von „Science“ und „Retraction Watch“ waren die Eltern des Mädchens nicht ausreichend über die Risiken der Behandlung informiert worden.