Sturm im schottischen Hexenkessel um den Aufstieg
Sturm verteidigt heute (20.45 Uhr, ORF 1) im Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League bei Heart ein 4:0.

Mit einem komfortablen 4:0-Polster aus dem Hinspiel geht der SK Sturm heute in das Rückspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League beim schottischen Vizemeister Heart of Midlothian (20.45 Uhr, ORF 1). Und die Grazer erwartet ein echter Hexenkessel. Der Tynecastle Park ist mit knapp 20.000 Besuchern ausverkauft. Die steilen Tribünen des typisch britischen Stadions erdrücken das Spielfeld regelrecht, eine aufgeheizte Atmosphäre ist zu erwarten. „Es wird sicher der Plan von ihnen sein, dass sie uns diesmal von Anfang an auffressen“, sagt Jürgen Heil. Der Neuzugang reiste mit Schiene an der Hand nach Schottland – eine Verletzung aus dem Hinspiel. „Die Hand brauche ich zum Fußballspielen ja nicht. Für das Einwerfen sind eh andere zuständig“, sagt der 29-Jährige mit einem Augenzwinkern.
m Hinspiel bereitete bekanntlich „Weitwerfer“ Jeyland Mitchell das 1:0 per Einwurf vor. Kapitän Jon Gorenc Stankovic verwertete die Vorlage per Kopf. „Es wird ein richtig schwieriges Spiel für uns“, sagt der Slowene. Der 4:0-Vorsprung sei kein Grund, sich auszuruhen. „Mit einem Bein sind wir eine Runde weiter, aber wir müssen das zweite Bein auch noch dazukriegen“, warnt der 30-Jährige.

Nicht nur das Stadion ist landestypisch. Auch das Wetter wird heute „very british“, Wind und Regen sowie knapp unter 20 Grad Celsius sind für den Ankick prognostiziert. Oder wie der Busfahrer auf Bitten der steirischen Delegation, die Klimaanlage doch etwas runterzudrehen, entsetzt meinte: „What? It‘s summer!“ Das Verständnis eines Sommertages ist in Schottland wohl ein anderes als in Österreich. Den etwas mehr als 500 mitgereisten Sturm-Fans wird‘s egal sein, für sie zählt wie für die Mannschaft nur der Aufstieg. „Hearts hat nach dem Hinspiel nichts zu verlieren“, sagt Sturms Abwehrspieler Albert Vallci. „Ich erwarte einen Alles oder Nichts-Auftritt der Schotten“, sagt Trainer Ingolitsch. Nur zu verteidigen sei nicht der Stil der Grazer. „Es steht uns am besten, wenn wir aktiv sind. Und wenn wir ein Tor schießen, brauchen sie ja schon zumindest fünf Tore.“
Das Heimspiel gegen Hearts vor einer Woche war für den jungen Trainer das bisherige Karriere-Highlight. Der 34-Jährige sagt: „Hoffentlich können wir mit dem Rückspiel einen neuen Höhepunkt schaffen und so auch die europäische Ligaphase fixieren.“ Während Ingolitsch auf Seiten der Schotten vier bis fünf personelle Änderungen erwartet, sieht er nicht viele Gründe, sein Team drastisch umzustellen. Der im Hinspiel stark spielende Jacob Hödl ist nach seiner Blessur mit von der Partie und auch Otar Kiteishvili könnte von Beginn an spielen. „Ich hoffe es, er hat immer einen großen Einfluss auf unser Spiel.“