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Was hinter dem „käsigen Michael“ auf Social Media steckt

Auf Social Media dreht sich gerade alles um den „käsigen Michael“, der seine Tür öffnen soll. Auch Unternehmen steigen mit ein. Was hat es mit dem Trend auf sich?

Felix Neumann
Redakteur News & Social Media

Wer nach „Italian Brainrot“, „Six Seven“ und sprechenden KI-Früchten gespannt auf das nächste wenig gehaltvolle Social-Media-Meme wartet, kann sich jetzt beruhigen: Der „käsige Michael“ treibt gerade auf TikTok und Instagram sein Unwesen. Wie bei Online-Trends längst üblich, steigen auch Content Creator und Unternehmen auf den Hype auf.

„Sobald er die Tür öffnet, wird sein Leben ruiniert“

Mitte Juli wurde auf dem TikTok-Account „benjisproduct“ jenes Video hochgeladen, das nach nur zwei Wochen mehr als 6,5 Millionen Mal aufgerufen wurde. Darin sieht man eine Hand, die ein Ei auf eine Türschnalle legt. „Sobald der käsige Michael die Tür öffnet, wird sein Leben ruiniert“, erklärt die Stimme aus dem Off. Es folgt im Hintergrund ein Gesang mit der Kopfstimme, der mittlerweile wohl vielen schon als Sound auf Social Media untergekommen ist: „Käsiger Michael, öffne deine Tür“, wird viermal gesungen – es mutet fast an, als handle es sich um ein andächtiges Kirchenlied. Natürlich gibt es davon auch schon Remixe mit deutlich mehr Bass.

Phantom „Cheesy Michael“ als Original

Doch woher stammt diese skurrile Szene und was hat sie zu bedeuten? Wie so oft ist das Original zum Meme im englischsprachigen Raum zu finden. Auf der TikTok-Seite „nnichetony“ wurden in den vergangenen Monaten Videos von vermeintlichen Streichen hochgeladen. Jemand legt darin seinem Mitbewohner, dem „Cheesy Michael“, immer wieder Gegenstände wie Eier oder Kekse auf die Türschnalle. Sobald dieser die Tür öffnet, würde er für ein ordentliches Malheur sorgen.

Allerdings ist in den Clips nie zu sehen, dass „Cheesy Michael“ tatsächlich die Zimmertür aufmacht. Das sorgt in den Kommentaren für Spekulationen, was wirklich dahinterstecken könnte. Am wahrscheinlichsten ist, dass es den Mitbewohner gar nicht gibt und er schlicht für die Videos erfunden wurde. Die Tür bleibt also immer verschlossen. Dass nun auch im deutschsprachigen Online-Raum über kaum etwas anderes als den „käsigen Michael“ gesprochen wird, ist nur schwer logisch nachzuvollziehen.

Absurder Humor und Gemeinschaftsgefühl

Ein Erklärungsansatz ist die einfache und einprägsame Melodie des Lieds „Käsiger Michael“, die ursprünglich aus dem Song „Sinking Town“ der japanischen Sängerin Yoeko Kurahashi stammt. „Für Jugendliche ist das ein klassisches Beispiel für absurden Humor und Partizipationskultur“, erklärt Mara Luna Buchholz von der Plattform „jugendmedienverstehen“. Den „käsigen Michael“ gibt es nun auch schon auf Italienisch oder Spanisch. Tausende amüsieren sich am Trend, der letztendlich nichts zu bedeuten hat und reiner Käse ist.

Bares für Rares, Edeka, Salzburg AG

Auch Unternehmen nutzen „käsiger Michael“ inzwischen für ihre Werbemaßnahmen. So legt etwa die Salzburg AG einen Gabelschlüssel auf die Türschnalle und wartet auf ihren Gesellen. „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter ist ebenso dabei wie die deutsche Handelskette Edeka, der Kabarettist Berni Wagner oder einige Radiosender.

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