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Zwei Kärntner, zwei Träume, ein Ziel – der Ironman

Kevin Kaltenegger und Daina Dreier haben sich ein Ziel gesetzt, das viele für unerreichbar halten: den Ironman. Während der Klagenfurter 2027 an den Start gehen will, erfüllt sich die Unternehmerin ein Jahr später den Traum.

Kevin Kaltenegger und Daina Dreier wollen beide den Ironman absolvieren, er bereits nächstes Jahr, sie will ein Jahr länger trainieren und 2028 antreten
© Privat (3), Miran Kreuzer
Kevin Kaltenegger und Daina Dreier wollen beide den Ironman absolvieren, er bereits nächstes Jahr, sie will ein Jahr länger trainieren und 2028 antreten
Sandra Müllauer
Von   und Lajla Jakupovic

106 Kilogramm, Selbstzweifel und ein Alltag ohne Bewegung auf der einen Seite. Angst vor tiefem Wasser und ein Traum, der lange unerreichbar schien, auf der anderen. Kevin Kaltenegger und Daina Dreier verbindet ein gemeinsames Ziel: der Ironman Kärnten. Der 19-jährige Klagenfurter möchte bereits 2027 antreten, die 27-Jährige peilt ihren großen Tag ein Jahr später an – ein Geschenk, das sie sich selbst in ihrem 30. Lebensjahr machen will.

Der 19-jährige Kevin Kaltenegger hat ein großes Ziel: Er will 2027 beim Ironman in Klagenfurt an den Start gehen. Für den Sportler ist das etwas ganz Besonderes, denn noch vor drei Jahren wog er 25 Kilogramm mehr. „Ich kann nicht verstehen, wie ich früher gelebt habe“, erzählt der Klagenfurter. Mit 106 Kilogramm kämpfte er nicht nur mit körperlichen, sondern auch mit mentalen Herausforderungen. „Es war nicht schön, im Turnunterricht der Letzte zu sein oder nicht mehr in die Lieblingsklamotten zu passen“, erklärt der Student. Seit Mai 2023 hat er sein komplettes Leben umgestellt und arbeitet nun auf den Ironman hin.

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Kaltenegger war schon immer sportbegeistert. Seit vielen Jahren spielt er Basketball und ist inzwischen auch als Schiedsrichter aktiv. Dennoch war er lange in einer Spirale gefangen, in der sich jeder Tag gleich anfühlte. „Ich bin nach Hause gekommen, habe gegessen und bis auf dreimal Basketball pro Woche nichts getan“, erinnert er sich. Der Wendepunkt kam an einem regnerischen Tag im Frühling 2023. „Ich kann nicht mehr auf der faulen Haut sitzen“, sagte er sich. Aus ein paar Runden durch Waidmannsdorf wurde schließlich die Strecke bis nach Velden und wieder zurück.

Startschuss für ein neues Leben

Was als spontane Radtour begann, wurde zum Startschuss für ein völlig neues Leben. Es folgten immer längere Ausfahrten, sein erstes Rennrad und schließlich auch sein erster Wettkampf. Ende 2023 begann Kaltenegger zusätzlich mit dem Laufen. „Ich kann alles schaffen“, dachte er sich. Sein erstes Radrennen absolvierte er 2025 in Umag über 80 Kilometer. Seither nahm er unter anderem am Wörthersee-Halbmarathon und am Kriterium Grafenstein teil. Im September steht für ihn der Berlin-Marathon auf dem Programm.

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Dafür trainiert er sieben- bis achtmal pro Woche und möchte den Umfang nach dem Berlin-Marathon weiter steigern. Derzeit absolviert er wöchentlich 100 bis 200 Kilometer mit dem Rad und rund 30 Laufkilometer. Dazu kommt Schwimmtraining. Unterstützt wird er dabei von den Trainern Florian Kuchler und Michael Noe. Als Wunschzeit hat er sich zwölf Stunden gesetzt. „Das wäre traumhaft, aber in erster Linie möchte ich ins Ziel kommen“, sagt er.

Acht Weltmarathons als Ziel

„Heute realisiere ich meine Entwicklung und wie ungesund ich war“, erklärt Kaltenegger. Wenn ihm der Triathlon gefällt, möchte er dabeibleiben und später auch die acht großen Weltmarathons absolvieren. Nun blickt er voller Vorfreude auf den Ironman 2027 – einen Traum, der vor wenigen Jahren noch unerreichbar schien.

Vier-Berge-Läufer waren „Übermenschen“

Auch für Daina Dreier war ein Ironman lange unvorstellbar. „Als Kind habe ich gedacht: Wer den Vier-Berge-Lauf schafft, muss ein Übermensch sein“, erzählt die 27-Jährige aus Knappenberg. Vergangenes Jahr meisterte sie die Herausforderung selbst und merkte: „Es ist doch machbar.“ In diesem Jahr verfolgte sie einen Freund bei seinem Ironman digital – bis eine Freundin schließlich sagte: „Du solltest das einfach machen.“ Für Dreier war klar: Genau das wird ihr großes Ziel für ihr 30. Lebensjahr.

„Wer macht sowas freiwillig?“

Die Unternehmerin, die ein Café mit über 300 Teesorten, Matcha und Kreativabenden betreibt, bezeichnet sich selbst nicht als besonders sportlich. Nach einer Gewichtszunahme in der Jugend fühlte sie sich lange unwohl und unsicher. Erst die Selbstständigkeit holte sie aus diesem Tief heraus. Für den Vier-Berge-Lauf trainierte sie zunächst mit langen Spaziergängen, ehe sie sich ans Laufen herantraute. „Ich habe immer gesagt: ‚So ein Scheiß! Wer macht denn so etwas freiwillig?‘“, lacht sie heute.

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Seit rund eineinhalb Monaten bereitet sie sich auf den Ironman vor. Sie trainiert mindestens drei- bis viermal pro Woche, Krafttraining und lange Ausdauereinheiten gehören ebenso dazu. Den größten Respekt hat sie vor dem Schwimmen. „Bis vor Kurzem konnte ich nicht einmal im Sportbecken schwimmen“, erzählt sie. Vor allem die Tiefe machte ihr Angst. Eine Hypnose habe ihr geholfen, diese langsam zu überwinden.

Fanclub schon bereit

Unterstützung bekommt sie von ihrem Mann, der inzwischen ebenfalls mittrainiert und sogar selbst die Teilnahme an einem Ironman ins Auge gefasst hat. Auch viele Freunde stehen hinter ihrem Vorhaben. „Wenn man jedem Glauben schenken will, habe ich mittlerweile einen Fanclub von 50 Leuten“, sagt sie lachend.

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Dreier teilt ihre Reise auf Social Media. Dabei geht es ihr weniger um sportliche Höchstleistungen als um eine Botschaft: „Leute sollen an sich glauben. Wenn dich jemand von deiner Idee abbringen will, dann ist das oft eher das Problem der Person, die kritisiert.“ Selbst wenn es am Ende nicht klappt, ist eines sicher: „Dann habe ich es zumindest probiert und bin weitergekommen als jemand, der es gar nicht erst versucht hat.“