Diese Feldkirchnerin war eine der ersten Feuerwehrfrauen im Bezirk
Corinna Spieß (36) ist seit fast 20 Jahren Teil der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Poitschach. Damals war es für Frauen noch nicht üblich, Mitglied bei den Florianis zu werden.

Manchmal fällt der Apfel nicht weit vom Stamm. Das beweist auch Corinna Spieß aus Maltschach bei Feldkirchen. „Von klein auf“, wie sie sagt, war sie schon mit der Feuerwehr unterwegs. „Bei uns in der Familie sind im Grunde alle Mitglieder“, erzählt sie mit einem Lächeln.
Spieß, die vielen auch vom Kölblhof bekannt sein dürfte, ist seit 2007 Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr (FF) Poitschach. „Mein Papa war auch eine Zeit lang Kommandant, dadurch waren wir bei kameradschaftlichen Aktivitäten ohnehin immer mit von der Partie. So wurde ich irgendwann gefragt, ob ich nicht auch Lust hätte, dazuzugehen.“
Das war vor nun 19 Jahren – damals war es noch nicht üblich, dass sich Frauen der Feuerwehr anschließen. „Zu dieser Zeit kam so langsam der Umbruch, dass auch Frauen Mitglieder werden konnten.“ In dieser Hinsicht habe sich in der Entwicklung einiges getan. „Am Anfang haben die Männer schon so eine Art ‚Vaterrolle‘ eingenommen“, schildert die 36-Jährige ihre Erfahrungen. Man habe aufgepasst, dass die Frauen „nicht zu schwer heben“ und Ähnliches. „Heute ist das anders. Jeder und jede macht das, was er oder sie sich zutraut“, betont Spieß. Fehlenden Respekt habe sie in Poitschach nie wahrgenommen.
Freiwillige Feuerwehr Poitschach:
Die Freiwillige Feuerwehr Poitschach besteht aus 44 Mitgliedern, etwa 35 davon sind aktiv. Zum aktiven Stand zählen auch vier Frauen. Wann die Feuerwehr genau gegründet wurde, ist nicht wirklich bekannt. „An diesem Thema recherchieren wir aktuell selbst noch“, lächelt Spieß. Die Poitschacher Florianis sollen bereits Ende des 19. Jahrhunderts urkundlich erwähnt worden sein.
„Man lässt alles stehen und liegen“
Für Spieß ist das Ehrenamt etwas ganz Besonderes. „Ich finde es schön, dass man gemeinsam so viel erreichen kann“, sagt die Landwirtin. „Wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird, lässt man alles stehen und liegen. Egal, wo man vielleicht gerade ist.“ Das habe sie schon als kleines Mädchen fasziniert, meint die dreifache Mutter, die vor allem das Kameradschaftliche hervorhebt. „Ich habe drei Kinder mit sieben, neun und elf Jahren. Als sie noch klein waren, war ich natürlich nicht so aktiv. Es war total schön, wie mich die Kolleginnen und Kollegen beim Quasi-Neustart wieder aufgenommen haben.“
Bei der FF Poitschach ist Spieß unter anderem als Maschinistin tätig, diesen Kurs hat sie kürzlich abgeschlossen. „Bei Einsätzen bin ich damit zum Beispiel dafür zuständig, dass die Wasserversorgung gewährleistet ist.“
Einsätze hatte die Bäuerin in ihren beinahe 20 Jahren bei der FF schon zuhauf. Vor allem eine ihrer ersten Alarmierungen ist ihr in besonderer Erinnerung geblieben. „Damals kam es zu einem Brand eines Einfamilienhauses, bei dem glücklicherweise keine Person zu Schaden gekommen ist“, erzählt Spieß. Auch Unwetter- oder Sucheinsätze seien immer wieder herausfordernd. „Vor allem bei Unwettern, wenn das Wasser überall ist. Aber jeder Einsatz ist in seiner Art und Weise prägend, weil man immer etwas mitnehmen und lernen kann.“ Eines hat sich für Spieß seit ihrem Eintritt vor knapp zwei Jahrzehnten jedenfalls nicht verändert: Die Freude daran, anderen Menschen zu helfen und für Personen in Not „alles stehen und liegen zu lassen“.

