Hoch über Rom soll schon im September ein neues Gastronomieangebot eröffnen: Auf der Terrasse des Petersdoms ist ein Bistro fertiggestellt worden. Der neue Bereich auf der Kuppel des Petersdoms soll Besuchern künftig Speisen und Getränke mit einem einzigartigen Blick über die Ewige Stadt bieten. Trotz Kritik aus Teilen der Kurie und aus katholischen Kreisen wurden die Arbeiten abgeschlossen, berichtete jüngst die römische Tageszeitung „Il Messaggero“.

Neben dem bereits bestehenden kleinen Café, in dem Besucher nach dem Aufstieg zur Kuppel bisher Getränke kaufen können, entstand zuletzt ein größerer Bereich mit Küche und der Möglichkeit, fertige Speisen anzubieten. Geplant ist ein Ort, an dem Besucher in unmittelbarer Nähe zur Spitze der von Michelangelo geprägten Basilika mit Blick über Rom etwas essen und trinken können.

Neues Café auf Kuppel des Petersdoms könnte im September öffnen
Neues Café auf Kuppel des Petersdoms könnte im September öffnen © Imago | Pond5 Images

Seit Monaten wird darüber diskutiert

Das Projekt sorgt seit Monaten für Diskussionen. Befürworter sehen darin eine zeitgemäße Erweiterung des Besucherangebots für Millionen Touristen, die jedes Jahr den Petersdom besuchen. Kritiker befürchten dagegen eine zunehmende Kommerzialisierung eines der ohne Zweifel bedeutendsten Orte der Christenheit. Die Initiative wurde maßgeblich vom Kardinal und Erzpriester des Petersdoms, Mauro Gambetti, unterstützt. Sein fünfjähriges Mandat ist inzwischen ausgelaufen. Papst Leo XIV. hat noch nicht entschieden, ob er den Kardinal im Amt bestätigt.

Pikant: Nach früheren Plänen war zunächst sogar ein deutlich größeres Restaurant mit Platz für mehrere Hundert Gäste vorgesehen. Das Konzept wurde später verkleinert, die Grundidee eines gastronomischen Angebots auf der Kuppel blieb jedoch offenbar bestehen.

Nutzung religiöser Orte polarisiert immer wieder

Die Debatte reiht sich in eine größere Diskussion über die Nutzung historischer und religiöser Orte für exklusive Veranstaltungen und kommerzielle Angebote ein. Kritiker verweisen auf die Gefahr, dass kulturelle und religiöse Wahrzeichen zunehmend zu Veranstaltungs- und Konsumorten werden. Befürworter halten dagegen: Es sei eine normale Dienstleistung für die Millionen Touristen, die jährlich die Kuppel besteigen – der heilige Charakter des Ortes bleibe gewahrt. Ob das Bistro tatsächlich im September eröffnet, hängt letztlich von der Entscheidung des neuen Papstes ab. Leo XIV. könnte das Projekt noch ändern oder stoppen.