Über 30 Jahre hat sich das Theater Oberzeiring den Ruf als eine Art Stadttheater am Land erarbeitet. Von den Häusern in der heißen Stadt unterscheidet es sich aber zum Beispiel durch sein Sommertheater-Angebot. So wird die kleine Murtalgemeinde auch im Juli zum Anziehungspunkt für Theaterfreunde aus der ganzen Region. Und das trotz (oder wegen?) nicht immer leichter Kost. Das ist heuer anders, obwohl das Stück „Die Nacht der Kannibalen“ heißt.

Zu schrägen Tönen von Tiger Lillies und anderen haut die schwarze Komödie von Stephan Eckel eine turbulente Handlung auf den Grill. Und die ist dann doch – gerade hier – Provokation: Werner Halbedl gibt den G‘studierten aus der Stadt, der sich am Land in seltsamer Nachbarschaft wiederfindet: Mechthild (Petra Stock) und Oswald (Tobias Kerschbaumer) sind ein symbiotisches Mutter-Sohn-Gespann, das für sein Ziel „Blumendorf des Jahres“ zu werden, über Leichen geht. Und die dann als Grillwurst seinen Gästen serviert. Da hält Regisseur und THEO-Leiter Peter Faßhuber dem Publikum doch einen bösen Zerrspiegel vor. Es zeigte sich dennoch (oder eben deshalb?) begeistert.

„Die Nacht der Kannibalen“, Vorstellungen bis 29. September.