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Dank Ehrenamtlicher hat Altaussee nun einen barrierefreien Badesteg

Seit 1997 betreiben Barbara Freller und ihr Team den Altausseer Tauschmarkt. Mit den Erlösen finanzieren sie soziale Projekte – wie zuletzt den barrierefreien Steg.

Barbara Freller ist seit 29 Jahren die Obfrau des Tauschmarkts in Altaussee
© KLZ / Lena Haslinger
Barbara Freller ist seit 29 Jahren die Obfrau des Tauschmarkts in Altaussee
Lena Haslinger
Redakteurin Regionalredaktion Liezen

Wo sich im Sommer Urlauber und Einheimische im glasklaren Wasser und mit Blick auf ein beeindruckendes Bergpanorama abkühlen, trauen sich an diesem bewölkten Julivormittag nur die Enten ins Wasser. Barbara Freller ist aber trotz des Regenwetters schon am See und präsentiert stolz einen ganz besonderen Badesteg.

Die 74-Jährige betreibt gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen seit 29 Jahren den Tauschmarkt in Altaussee. Mit einem Teil der Einnahmen werden soziale Projekte finanziert. Ihrer Initiative ist es zu verdanken, dass es nun in Altaussee einen barrierefreien Steg gibt. „Ich habe gelesen, dass es im ganzen Salzkammergut keinen barrierefreien Seezugang für Menschen mit Behinderung gibt. Da wusste ich, da müssen wir etwas machen“, erzählt Freller.

Großes Erfolgserlebnis

Von der Idee bis hin zur Umsetzung vergingen rund zwei Jahre. „Man braucht hier wirklich einen langen Atem. Vom Wasserrecht bis hin zur Baugenehmigung muss man vieles beachten“, berichtet die Altausserin. Sie habe aber zum Glück viel Unterstützung vom Bauamt und der Gemeinde bekommen.

Im Mai wurde der barrierefreie Steg montiert
© Barbara Freller
Im Mai wurde der barrierefreie Steg montiert

Bei barrierefreien Rampen sei einiges zu beachten, aber die Baufirma habe großartige Arbeit geleistet, so Freller. Im Mai war es dann endlich so weit: Der Steg wurde montiert. „Nach der langen Zeit war das ein echtes Erfolgserlebnis. Die ersten, die den Steg betreten haben, waren aber die Enten“, sagt Freller lachend.

Viele positive Rückmeldungen

Einen kleinen Dämpfer gab es dann aber noch: Zwischendurch musste der Steg gesperrt werden, der Wasserstand war zu niedrig. Daraufhin habe ihn die Firma nochmals tiefer gesetzt, nun steht dem barrierefreien Badevergnügen nichts mehr im Weg. Der Steg befindet sich direkt neben dem Hotel Seevilla in Altaussee, ist breit genug für Rollstühle und hat Geländer zum Anhalten.

Bisher hat Freller viele positive Rückmeldungen bekommen. „Jetzt können endlich auch Menschen mit Behinderung und ältere Personen, die nicht mehr so mobil sind, baden. Ganz in der Nähe gibt es auch Behinderten-WCs und Parkplätze“, erzählt sie. Der Steg sei eine „ordentliche Investition“ gewesen, es sei schön zu sehen, was mit den Einnahmen des Tauschmarktes alles gestemmt werden könne.

„Wir helfen, wo wir können“

„Heuer haben wir beispielsweise sieben Defibrillatoren für die Gemeinde Altaussee gekauft, die jetzt an öffentlichen Stellen zugänglich sind“, so die 74-Jährige. Ebenso unterstütze man mit den Einnahmen Vereine, Einsatzorganisationen, soziale Einrichtungen, sowie Kindergarten und Volksschule.

Wenn man sich sozial engagiert, bekommt man so viel zurück.

— Barbara Freller

„Über all die Jahre kommt da einiges zusammen, wir helfen, wo wir können“, berichtet Freller. Welches Projekt sie in all den Jahren am meisten bewegt hat, kann die Altausseerin nicht sagen, es sei einfach alles wunderschön gewesen. „Wenn man sich sozial engagiert, bekommt man so viel zurück. Mir tut die Arbeit richtig gut, ich bin gerne mit den Menschen zusammen“, erzählt sie.

Second-Hand für den guten Zweck

Den Anstoß für den Tauschmarkt gab vor 29 Jahren eine Kindertanzgruppe: Die Kinder wuchsen schnell aus ihrer Kleidung heraus, weshalb eine einfache Möglichkeit zum Weitergeben und Tauschen gesucht wurde. In Grundlsee habe es damals ein ähnliches Projekt gegeben. Kurzerhand hat Freller dann auch in Altaussee den Tauschmarkt ins Leben gerufen.

Der Tauschmarkt befindet sich im Volkshaus in Altaussee
© Tauschmarkt Altaussee
Der Tauschmarkt befindet sich im Volkshaus in Altaussee

Und der laufe auch drei Jahrzehnte später noch immer richtig gut. Menschen aus dem ganzen Bezirk geben im Volkshaus in Altaussee Kleidung – mittlerweile vorwiegend Tracht – ab. Unter dem Motto „Zu schade für die Motten“ wird sie dann weiterverkauft. 90 Prozent des Kaufpreises gehen an den vormaligen Besitzer, mit den restlichen 10 Prozent werden soziale Projekte finanziert.

Motivierte Nachfolge gesucht

So lange es gesundheitlich möglich ist, will sich Freller weiterhin sozial engagieren. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass eine gute und motivierte Nachfolge gefunden wird. Neben der 74-Jährigen arbeiten aktuell acht weitere Damen ehrenamtlich beim Tauschmarkt.

„Alle sind mit viel Freude dabei, auch wenn es natürlich viel Arbeit ist“, sagt Freller. Der Tauschmarkt hat jeden Dienstag von 16 bis 19 Uhr geöffnet, in den Sommerferien zusätzlich jeden Freitag zur selben Uhrzeit.

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