Es ist ein herber Schlag für den obersteirischen Wirtschaftsstandort: Nachdem die mit rund 63,1 Millionen Euro insolvente Heidenbauer-Gruppe im November 2025 noch eine Restrukturierung eingeleitet hatte, teilte man nun am Donnerstagvormittag mit, dass dieser Prozess gescheitert ist. Eine Fortführung des Geschäftsbetriebs sei nicht mehr möglich, rund 100 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz.

Als Grund für das endgültige Aus nannte der Konzern eine angeblich nicht eingehaltene, verbindliche Finanzierungszusage seiner Hausbank. Wesentliche Finanzierungsschritte seien von dem Institut teilweise gar nicht oder nur unvollständig umgesetzt worden, was zu einer akuten Liquiditätskrise geführt hat. Eine Stellungnahme der Bank zu diesen Vorwürfen und ihren Motiven liegt nicht vor.

Eigentümer „fassungslos“ – Klage möglich

Heidenbauer-Eigentümer Batoor Khan, der laut Unternehmensangaben zuvor „erhebliche private Mittel“ eingebracht hatte, zeigte sich angesichts der Entwicklung „fassungslos“. Man habe alles unternommen, um die Gruppe und die Arbeitsplätze zu erhalten und das Vertrauen der Partner am Markt wieder aufzubauen. Nun werde durch die fehlende Finanzierung „Vermögen und Know-how zerstört, was letztendlich dem steirischen und österreichischen Wirtschaftsraum schadet!“

Laut Informationen der APA erwägt die Unternehmensgruppe auch, rechtliche Schritte gegen die eigene Hausbank einzuleiten. Demnach steht eine Feststellungsklage im Raum, mit der sämtliche Schäden geltend gemacht werden sollen, die durch die nicht umgesetzte Finanzierung entstanden sind.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kundschaft, Lieferanten und weitere Geschäftspartner wurden bereits über die dramatische Entwicklung informiert. „Das weitere Schicksal liegt nun in den Händen der Insolvenzverwaltung, es bleibt zu hoffen, dass der eine oder andere Betrieb oder Betriebsteil von einem Marktbegleiter übernommen werden kann", erklärt die Heidenbauer-Gruppe in einer Aussendung.

Größte steirische Insolvenz 2025

Damit findet die 80-jährige Firmengeschichte wohl ein jehes, trauriges Ende. Die Heidenbauer-Gruppe gibt es ursprünglich seit 1946, sie ist aus einer Schlosserei mit Produktionsstätten in Bruck an der Mur und Wiener Neudorf entstanden. Das Familienunternehmen war in allen Bereichen des Metallbaus engagiert und wurde bereits in dritter Generation geführt, ehe man im November des Vorjahres beim Landesgericht Leoben Insolvenz für vier operative Gesellschaften anmelden musste.

Als Gründe für diese nannte man damals die Nachwirkungen der Covid-Pandemie und Schwierigkeiten bei der Rückzahlung von Förderungen. Auch die steigenden Preise für Material und Strom hätten ihren Teil dazu beigetragen. Mit rund 600 Gläubigern und Gesamtpassiva von 63,1 Millionen Euro war die Insolvenz von Heidenbauer im Jahr 2025 die größte in der Steiermark.