Werden Bewerbungen, die mit KI erstellt worden sind, aussortiert?
Christiana Zenkl, Personalleiterin Infineon, über Job-Ausschreibungen in sozialen Medien, den Einsatz von KI von Kandidaten und nutzerfreundliche Bewerbungsprozesse.
Wie wichtig ist für das Recruiting Social Media?
CHRISTIANA ZENKL: Social Media ist für Infineon ein wichtiger Baustein im Recruiting, aber vor allem im Bereich Employer Branding. Social Media ersetzt nicht unsere offiziellen Karrierekanäle, sondern ergänzt sie, etwa durch Einblicke in Arbeitsumfeld, Kultur, Technologie und Einstiegsmöglichkeiten.
Gibt es Job-Ausschreibungen, die in Ihrem Unternehmen generell nicht über soziale Medien veröffentlicht werden?
Nicht jede offene Position wird automatisch über Social Media ausgespielt. Der zentrale und verbindliche Ort für offene Stellen ist unsere Karriereseite beziehungsweise unser Bewerbungsportal. Social Media nutzen wir ergänzend dort, wo es zur Zielgruppe, zur Rolle und zur jeweiligen Recruiting-Strategie passt.
Immer mehr Unternehmen werben damit, dass der Bewerbungsprozess einfach und formlos ist. Ist das für hochqualifizierte Mitarbeiter, wie sie Infineon sucht, auch relevant?
Ja, ein einfacher und nutzerfreundlicher Bewerbungsprozess ist auch für hochqualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten relevant. Gerade gefragte Fachkräfte vergleichen Arbeitgeber nicht nur inhaltlich, sondern auch danach, wie professionell, transparent und effizient ein Bewerbungsprozess gestaltet ist.
Wie wichtig ist es, dass die Bewerbungsunterlagen aufwendig und individuell sind?
Bewerbungsunterlagen müssen nicht aufwendig gestaltet sein, aber sie sollten klar, vollständig und auf die Rolle bezogen sein. Für Infineon ist entscheidend, dass relevante Kompetenzen, Erfahrungen und die Motivation nachvollziehbar werden. Besonders bei technischen oder spezialisierten Positionen hilft eine gut strukturierte Bewerbung dabei, das Kompetenzprofil schneller und fairer einzuschätzen.
Werden Bewerbungen, die offensichtlich mit KI erstellt worden sind, gleich aussortiert?
Der Einsatz von KI in Bewerbungsunterlagen ist für sich genommen kein Ausschlussgrund. Entscheidend ist nicht, ob ein Tool bei der Formulierung geholfen hat, sondern ob die Angaben korrekt, authentisch und nachvollziehbar sind. Bewerberinnen und Bewerber sollten KI daher als Unterstützung nutzen, aber nicht als Ersatz für die eigene Auseinandersetzung mit der Rolle.
Inwiefern verändern sich Bewerbungen? Welche Trends gibt es?
Bewerbungen werden digitaler und stärker durch KI unterstützt. Kandidatinnen und Kandidaten nutzen zunehmend Tools, um Lebensläufe zu optimieren, passende Stellen zu identifizieren oder sich auf Interviews vorzubereiten. Gleichzeitig verändern sich auch Recruiting-Prozesse auf Unternehmensseite, etwa durch Matching-Technologien, Talent-Plattformen und eine stärkere Verzahnung von High-Tech und persönlicher Betreuung. Für Infineon bedeutet das: Technologie kann Prozesse effizienter machen, aber Recruiting bleibt ein menschlicher Prozess.