Die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz im Jemen teilte etwa zur gleichen Zeit mit, sie habe zwei saudi-arabische Öltanker angegriffen, die die von ihr ausgerufene "Blockade" im Roten Meer verletzt hätten. Das berichtete die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba. Es seien Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt worden. Auf beiden Schiffen brachen demnach Feuer aus, etwa zehn Schiffe seien zur Umkehr gezwungen worden. Ob die beiden Mitteilungen sich auf den gleichen Vorfall beziehen, war nicht klar.
Die Houthi hatten am Montag eine "Blockade" für saudische Schiffe angekündigt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Nachbarland des Jemens, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein "Verbot der Schifffahrt", sagte Houthi-Militärsprecher Jahja Sari. Er ließ aber offen, in welchen Gewässern das Verbot gelten soll.
Die Houthi kontrollieren im Jemen vor allem den Norden des Landes und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von hier aus können sie mit ihrem Arsenal aus Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern auch Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen, die zusammen mit der Straße von Hormuz zu den wichtigsten Seewegen weltweit zählt. Wegen der faktischen Blockade der Straße von Hormuz im Iran-Krieg exportiert Saudi-Arabien einen großen Teil seines Öls derzeit über eine Pipeline aus dem Osten zum Hafen Janbu am Roten Meer.
Seit 2023 beeinträchtigten die Houthi mit Angriffen im Roten Meer - seinerzeit im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg - den Welthandel bereits massiv. Durch das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab ("Tor der Tränen" oder "Tor der Klagen") vor Jemens Küste führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa.