Das vergangene Jahr 2025 war für den steirischen E-Commerce-Spezialisten Niceshops nach eigenen Angaben das erfolgreichste der Firmenhistorie. Laut dem Unternehmen konnten rund zwei Millionen Pakete in 80 Länder geliefert werden, der Umsatz kletterte im Jahresvergleich in der Gruppe um rund 20 Prozent auf 169 Millionen Euro, das operative Ergebnis (EBITDA) erreichte laut Management rund acht Millionen Euro. Die Wachstumsphase schloss an schwierige Jahre an, die Anfang 2024 auch in einen Personalabbau mündeten. Nun stehen die Zeichen schon länger wieder auf Expansion. Die Entwicklung des Vorjahres sorgte für Platzprobleme am Stammsitz in Saaz. Die bestehenden Lagerkapazitäten stießen an ihre Grenzen, es mussten zusätzliche externe Flächen angemietet werden.

Dem wird nun mit einem Investitionsprogramm Rechnung getragen. Niceshops hat ein 23.000 Quadratmeter großes Grundstück erworben. „Mit dem Kauf des neuen Areals setzt das Unternehmen ein klares Bekenntnis zum Standort Saaz“, wird betont. Die Erweiterung schaffe „die Grundlage, Logistikprozesse wieder zentral zu bündeln, Transportwege zu verkürzen und die gesamte Wertschöpfung in der Region zu halten". Wann startet der Ausbau? „Wir stecken gerade erst am Anfang der Planung und entscheiden im Laufe des nächsten Jahres“, heißt es auf Anfrage der Kleinen Zeitung. Genaue Kosten und Flächen-Dimensionierungen könne man noch nicht nennen, nur so viel: „Wenn man unsere bestehenden 35.000 Quadratmeter von unserem Headquarter in Saaz, 33.000 Quadratmeter Lager, 2000 Quadratmeter Büro, als Maßstab nimmt, wird schnell klar. Es wird sich um eine Investition im zweistelligen Millionenbereich handeln.“

Automatisierungs- und Robotiklösungen

Das jüngste Wachstum sorgt auch für einen Personalaufbau. So sollen heuer rund 50 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, damit nähere man sich sukzessive dem ursprünglichen Personalstand vor dem Abbau von 90 Stellen Anfang 2024 an. Derzeit werden rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Saaz, Graz und Wien beschäftigt. Man bereite auch eine schrittweise Einführung ausgewählter Automatisierungs- und Robotiklösungen vor, teilt das Unternehmen mit. Es gehe nicht um eine Vollautomatisierung, man will vielmehr „Beschäftigte bei standardisierten Prozessen entlasten".

Bei Niceshops sieht man sich auch in der „Premium-Strategie“ bestätigt, die laut Firma auch zu einer geringen Retourenquote von drei Prozent führt. Insgesamt betreibe die Niceshops GmbH rund 30 spezialisierte Online-Shops und betreue 1,3 Millionen aktive Kundinnen und Kunden in bis zu 18 Sprachen, so das Unternehmen

Wie wirkt sich die Paket-Abgabe aus?

Großes und kontroversielles Thema im österreichischen Online-Handel ist die nationale Paket-Abgabe, die zur Gegenfinanzierung der Mehrwertsteuersenkung dient. Sie sorgt für viel Kritik in der Branche. Bei Niceshops ist man nicht direkt davon betroffen, „weil wir eine Exportquote von 88 Prozent haben und in Österreich weit weniger als 100 Millionen Euro, Mindestumsatz für Paketabgabe, umsetzen“, wird betont. „Indirekt betrifft es uns auf den Marktplätzen, auf die wir jedoch keinen Fokus legen.“