Das passende Lernen für das Alter
Das Projekt AliVe der FH Kärnten erforscht altersgerechte Lernumgebungen – unter Einbeziehung der Zielgruppe.

Mit der Teilnahme an Bildung ist es bei älteren Menschen in Österreich nicht weit her: Verglichen mit Ländern wie etwa Finnland besucht die Generation 55 plus hierzulande nur selten Bildungsangebote. „Das hat meist zwei Gründe: Entweder negative Bildungserfahrungen in der Jugend, wenn die eigene Schulzeit schlecht in Erinnerung geblieben ist. Oder die bestehenden Angebote entsprechen nicht den tatsächlichen Bedürfnissen, die attraktiv für Personen ab 55 sind“, sagt Christine Dullnig-Pichler.

Ziel ist, Menschen ab 55 Jahren den Zugang zu passender Weiterbildung zu ermöglichen.
— Christine Dullnig-Pichler
Die Forscherin und Leiterin des Projekts AliVe (siehe Infobox) an der FH Kärnten hat ältere Menschen zu ihren Bedürfnissen hinsichtlich des lebenslangen Lernens befragt. „Ziel des Projekts ist es, altersinklusive Lernangebote zu entwickeln und Rahmenbedingungen zu identifizieren, die Menschen ab 55 Jahren den Zugang zu Weiterbildung erleichtern“, sagt Dullnig-Pichler. Sie hat einen partizipativen Prozess für die Entwicklung der Lernformate gewählt, um sicherzustellen, dass Inhalte zur Sprache kommen, die wirklich für die Altersgruppe von Interesse sind. Am Thema Künstliche Intelligenz waren die Befragten besonders interessiert: „Wie sie funktioniert, was dahinter steht, wie man erkennen kann, dass etwas mithilfe von KI entstanden ist – das beschäftigte die Menschen in den Fokusgruppen-Interviews häufig“, so Dullnig-Pichler.
Projektinfo
AliVe steht für „Age-inclusive Lifelong Learning“ (altersinklusives lebenslanges Lernen) und ist ein Kooperationsprojekt der FH mit Hochschulen in Finnland, Tschechien und Irland. Der Projektzeitraum lief von September 2023 bis August 2026.
Der Sammelband „Partizipative und transdisziplinäre Forschung“ thematisiert Forschung mit Zielgruppen und wurde von Manuela Perchtaler, Carla Küffner und Christine Dullnig-Pichler herausgegeben.
Erfahrungen, Bedürfnisse und Kompetenzen der Befragten werden in ein vom Forschungsteam entwickeltes Handbuch zu altersinklusivem lebenslangem Lernen einfließen. Auch wenn die Zielgruppe teilweise nicht mehr im aktiven Erwerbsleben steht, der Erwerb von Wissen ist förderlich für die geistige und körperliche Gesundheit bis ins hohe Alter.
Diese Lebensqualität zu erhalten ist Gegenstand vieler Projekte, die am Alternsforschungszentrum IARA der FH Kärnten abgewickelt werden. Ein großer Fokus liegt ebenfalls auf der aktiven Miteinbeziehung aller Altersgruppen. Ältere Menschen als Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebenswelten sind daher auch Thema in einem neuen Sammelband des IARA (siehe oben).
Diese Seite erscheint in Kooperation mit der Kärntner Hochschulkonferenz. Die redaktionelle Verantwortung liegt ausschließlich bei der „Kleinen Zeitung“.