Dieser Oststeirer geht bei der Downhill-EM an den Start
Benjamin Kowald aus Hofstätten an der Raab (18) liebt das Extrem. Als einer von zwei Österreichern hat er sich für die Europameisterschaft im Downhill qualifiziert.
Mit bis zu 50 km/h den Berg hinab? Was für manche unvorstellbar klingt, ist für Benjamin Kowald Alltag. Der 18-Jährige aus Hofstätten an der Raab hat sich dem „Downhill“ verschrieben. In dieser Mountainbike-Disziplin geht es darum, möglichst schnell abgesperrte, extrem steile Strecken bergab zu rasen. Dazwischen liegen Hindernisse wie Felsen, Wurzeln und Sprünge.
Warum er das macht? „Es ist die Mischung aus Schnelligkeit, Adrenalin und der Technik“, erzählt er. Rad gefahren sei der gelernte Fahrradmechatroniker, der bei Sport 2000 Liebmarkt Gleisdorf arbeitet, schon immer gerne. „Mit meinem Papa habe ich ein Downhill-Rennen in Schladming gesehen, da habe ich gedacht, das will ich auch machen.“
Den Berg hinab
2020 startete er seine Versuche in einem Bike-Park, das erste Mal Rennluft schnupperte er zwei Jahre später am Königsberg in Niederösterreich. Trotz des damals 35. Platzes war das Feuer entfacht. Wenige Monate später schaffte er in Lienz bereits den Sprung nach vorne. In der U 15-Wertung wurde er Sechster. Von da an ging es stetig bergauf.
Seine Erfolge gipfelten heuer im Sieg bei der „Auner Austrian Gravity Series“ am Weißensee sowie dem ersten Platz beim Europacup am Semmering. Ende Juni holte er den Staatsmeistertitel im Downhill der Junioren.
Damit qualifizierte er sich als einer von zwei Österreichern für die bevorstehende Downhill-Europameisterschaft (14. bis 16. August) in Bulgarien. Davor geht es noch nach Polen zum Europacup (1. und 2. August). Trainiert wird zweimal pro Woche am Schöckl oder in Leogang. Jeden zweiten Tag geht es in die Kraftkammer.
„Ziel ist das Finale“
Worauf es beim Downhill ankommt? „Man muss sich selbst gut einschätzen können und die Strecke auswendig kennen“, sagt Kowald. Nur so sei man für alle Eventualitäten gerüstet. Das Gefährlichste? „Wenn man über sein Können hinausgeht.“ Er selbst hat bereits brenzlige Situationen erlebt. Erst im Mai riss eine Muskelfaser im Oberschenkel.
Leuten, die sich im Downhill probieren wollen, rät er: „Klein starten und sich nicht einschüchtern zu lassen. Niemand setzt sich einfach so aufs Rad und kann gleich alles, dafür braucht es Übung. Je mehr man trainiert, desto besser wird man.“ Um Grundtechniken zu lernen sei die neue Fun-Base beim Holzmeisterlift ideal.
Sein Ziel für die Europameisterschaft? „Ich will unbedingt ins Finale kommen. Es wird hart, aber unmöglich ist es nicht.“
