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Wo man in der Steiermark mit dem Hund ins Wasser darf

Vierbeiner leiden enorm unter der Hitze. Badestellen für Hunde sind in der Steiermark aber rar gesät. Wir zeigen Ihnen, wo man sie dennoch findet.

Hunde suchen im Sommer gerne Abkühlung im Wasser
© Klz / Stefan Pajman
Hunde suchen im Sommer gerne Abkühlung im Wasser
Wilfried Rombold
Redakteur Steiermark-Ressort

Wir Menschen finden in einem Hitzesommer wie diesem in der Steiermark ja genügend gepflegte Freibäder und herrliche Seen zur Abkühlung. Will man auch seinen vierbeinigen Freund mit ins Wasser nehmen, wird die Sache schon komplizierter. Haustiere sind in öffentlichen Bädern generell und auch an vielen freien Badestellen und -stränden verboten. Da geht es in erster Linie um die Hygiene, aber auch um die Sicherheit der Badegäste. Für ein erfrischendes Bad mit der Fellnase bleibt Hundehaltern daher oft nichts anderes übrig, als Bäche, Flüsse und Bergseen aufzusuchen. Doch auch dort lauern Tücken – von der schwierigen Erreichbarkeit hin bis zu verwilderten Zugängen ins manchmal trübe Nass.

Eine aktuelle Auflistung von offiziellen Hundebadestellen in der Steiermark ist schwer zu finden. Die Webseite von Steiermark Tourismus listet landesweit gar nur vier Örtlichkeiten auf. Hilfreicher sind da schon einschlägige Blogs und Foren für Hundefreunde. Die Kleine Zeitung hat eine Übersicht – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – und einige Tipps zusammengestellt. Hundehalter sollten dennoch immer auf etwaige Hinweis- und Verbotsschilder vor Ort achten. Damit die Badeplätze Wuffi & Co. auch künftig zur Verfügung stehen, sollten Herrl oder Frauerl unbedingt auf die anderen Gäste Rücksicht nehmen. Dazu gehört auch das Einsammeln von tierischen Hinterlassenschaften.

Graz und der Süden

Auf der eingezäunten Hundewiese bei den Auwiesen in Graz-Liebenau gibt es einen Badeteich. Frauerl und Herrchen werden sich darin nicht abkühlen wollen, sie können dafür ihrem Liebling beim Austoben ohne Leine zuschauen. Beim Murkraftwerk finden Hundebesitzer einen kleinen Park mit Bademöglichkeit für Tiere, etwas nördlicher beim „Stadtstrand“ und im Augarten strömungsfreie Buchten in der Mur.

Das Sulmbad zur Steinernen Wehr in Kaindorf an der Sulm (Leibnitz) ist nicht nur das älteste Flussbad der Steiermark, es bietet auch als einziges einen eigenen Hundebereich auf der Liegewiese und im Wasser an. Die Leinenpflicht gilt aber da wie dort.

Sulmbad zur Steinernen Wehr
© Thomas Wieser
Sulmbad zur Steinernen Wehr

Beim Naturbadesee in Gleinstätten gibt es beim Eingang zum „Weinland Camping“ einen kleinen abgegrenzten Bereich, wo Hundebesitzer mit ihrem Liebling ins Wasser dürfen. Auf die Liegewiese dürfen die Hunde aber nicht.

Entlang der Weißen und Schwarzen Sulm sowie der Laßnitz bei Tillmitsch finden sich zudem immer wieder flache Sand- und Schotterbänke, wo sich der Hund im Wasser erfrischen kann.

Oststeiermark

Der Teichalmsee ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, auch Hunde dürfen ihn zum Baden nutzen. Weil es ein Moorsee ist, kann das Wasser an manchen Tagen aber etwas trüb sein.

Die Raabklamm im Bezirk Weiz ist ein beliebtes Wandergebiet. An manchen Stellen führt der markierte Weg direkt am Ufer des noch jungen Flusses vorbei. Auch flussabwärts, etwa bei der Gliederwehr in Gleisdorf, findet man leicht zugängliche Badestellen für den Vierbeiner.

In der Raabklamm
© Rombold
In der Raabklamm

Die Lafnitz im Grenzgebiet zum Burgenland und die Feistritz im Bereich Stubenbergklamm bilden mit ihren naturnahen Flussläufen ein Dorado für wasserliebende Hunde, die direkt am Stubenbergsee ja „Platzverbot“ haben.

Weststeiermark

Am Packer Stausee gibt es abseits vom öffentlichen Badeplatz (Hundeverbot!) einige freie Seezugänge, wo der Hund ins Wasser darf.

Der Sobother Stausee erinnert optisch an einen norwegischen Fjord und bietet zahlreiche Badestellen für Mensch und Tier. Auf der Liegewiese ist aber auf andere Badegäste unbedingt Rücksicht zu nehmen, selbstverständlich gilt dort die Leinenpflicht.

Sobother Stausee
© Peter Kremser
Sobother Stausee

Auch der Hirzmann Stausee (Hirzmannsperre) bei Edelschrott lädt zum Sprung ins Wasser ein. Abgesehen vom Badesteg und der Wiese bei der „Ströhbernen Brücke“ sind Hunde toleriert.

Viele Hundebesitzer aus der Stadt flüchten im Hochsommer an den Hebalmsee an der Landesgrenze zu Kärnten: Er ist über die Südautobahn auch von Graz aus leicht zu erreichen, fellige Freunde im Wasser sind dort kein Problem.

Region Murtal

Die Bezirke Murtal und Murau sind gesegnet mit vielen traumhaften Bergseen, die meist frei zugänglich und damit „hundebadetauglich“ sind. Unter den mit Auto leicht erreichbaren gelten der Etrachsee in der Krakau, die beiden Scheibelseen bei der Edelrautehütte in Hohentauern (Mautstraße) und der Turrachsee. Nach einer kleineren Wanderung gelangt man auf der Seetaler Alpe zu den Winterleitenseen.

Der große Winterleitensee auf der Seetaler Alpe
© Isabella Jeitler
Der große Winterleitensee auf der Seetaler Alpe

Auch die Mur ist in dieser Region ein attraktives Badegewässer für Zweibeiner – vorwiegend in Nebenarmen ohne Strömung. Die findet man etwa in der Lässer-Au bei Apfelberg, an der schmalen Murbrücke zwischen Spielberg und Großlobming oder unterhalb der Paigbrücke in Judenburg.

Obersteiermark

Der kristallklare Erlaufsee im Mariazellerland ist im Hochsommer oft überlaufen – auch von Hundehaltern, die mit ihren Vierbeinern den eigens ausgeschilderten Hundestrand aufsuchen. Trotz Problemen mit rücksichtslosen Haltern und Diskussionen um ein mögliches Hundeverbot steht dieser Bereich weiter zur Verfügung.

Die Gemeinde Grundlsee erlaubt Hunden das Planschen im „Steirischen Meer“ – mit Ausnahme von acht öffentlichen Badeplätzen. Hier bitte die Beschilderung sowie die Leinenpflicht beachten!

Am Grundlsee
© Rainer Mirau
Am Grundlsee

Auch am Altausseer See findet man entlang des Seerundwegs viele Möglichkeiten, den Hund ins Wasser zu lassen. Nur die öffentlichen Badebereiche sind tabu.

Am Leopoldsteinersee bei Eisenerz wird Hundehaltern geraten, die Bereiche beim Zu- und Ablauf des Sees aufzusuchen. Vor allem Richtung Talschluss gibt es viele schöne, ruhige Schotterbänke.

Der Gaishorner See hat im Bereich der Freizeitanlage einen Zugang, bei dem Hunde erlaubt sind. Das Seegras kann hier aber störend sein.

Hunde im Wasser: Tipps

Der Sprung ins kalte Wasser birgt gerade für überhitzte Hunde ein lebensbedrohliches Risiko. Dabei kann sogar die Aorta reißen. Besser langsam angehen!

Bei Fließgewässern Strömungsbereiche unbedingt meiden. Am besten bleibt der Hund in Ufernähe, eine lange Schleppleine gibt noch mehr Sicherheit.

Überhaupt nur flache Einstiegsbereiche wählen. Nicht jeder Hund mag schwimmen, viele bevorzugen das Spielen im seichten Wasser. Nicht den Hund ins Wasser werfen oder tragen!

Auch wenn das Wasser Abkühlung bietet: Am Ufer schattige Plätze wählen oder einen Sonnenschirm mitnehmen.

Beim Bad im Bergsee auf Weidetiere in der Nähe achten! Hier gelten überhaupt die Verhaltensregeln auf der Alm.