Der Kopf raucht, der Rechner glüht, die Arbeit wirkt mühsamer als sonst: Die Hitze macht derzeit vielen zu schaffen, die im Homeoffice arbeiten – zu Hause ist bei den wenigsten eine Klimaanlage eingebaut. Dienstgeber mit vielen Bürojobs – Banken, Versicherungen, IT-Unternehmen – merken jetzt schon, dass die Anträge auf Homeoffice in der momentanen Hitzewelle zurückgehen und die Arbeitnehmer ins klimatisierte Büro „flüchten“. „Während der aktuellen Hitzetage sind unsere klimatisierten Büros offensichtlich deutlich attraktiver als der Arbeitsplatz zuhause", stellt etwa Jürgen Hartinger, Vorstandsvorsitzender der Kärntner Landesversicherung, fest.
Leistungsfähigkeit sinkt
Tatsächlich sind die negativen Auswirkungen hoher Temperaturen auf die geistige Leistungsfähigkeit gut dokumentiert. Temperatur entscheidet über Produktivität. In Studien ist von Produktivitätsabnahmen von drei bis zwölf Prozent durch Hitzebelastung die Rede. Neben erhöhter Krankheitsanfälligkeit ist es vor allem die abnehmende Konzentration, die zu Produktivitätseinbußen führt, indem sie die Fehler- und Unfallanfälligkeit steigert.
25 Grad sind im Sitzen optimal
Mit 25 Grad Celsius geben Experten der MedUni Wien die ideale Temperatur für sitzende Tätigkeiten an. Das lässt sich im Homeoffice allerdings schwer herstellen. Bei Temperaturen über 30 Grad wird konzentriertes, sitzendes Arbeiten deutlich erschwert, so die Forscher.
Homeoffice geht generell zurück
Nicht nur wegen der Hitze, auch generell geht die Nutzung von Homeoffice in Österreich zurück: Während 2022 noch 82 Prozent der Beschäftigten mit Bürojobs regelmäßig von zu Hause aus gearbeitet hätten, waren es 2024 nur noch 65 Prozent. Auch Daten des Finanzministeriums zu den eingereichten Lohnzetteln bestätigen, dass offiziell immer weniger Homeoffice-Tage steuerlich geltend gemacht werden. Hartinger ist das egal: „Ob wegen der angenehmen Temperaturen oder weil das Miteinander im Büro einfach guttut – ich freue mich darüber, dass unsere modernisierte Zentrale von unseren Mitarbeitenden so gut angenommen wird.“