Es war ein Rekord, über den sich der ORF beim WM-Auftaktspiel Österreich gegen Jordanien am 17. Juni nur bedingt freuen konnte: In der ersten Halbzeit wurde im Durchschnitt auf 263.000 Endgeräten gestreamt – bis der Bildschirm schwarz geblieben ist. Der große Ansturm war beim ORF nicht eingepreist, bei der APA-IT, dem Streamingprovider des ORF, gingen die Server in die Knie. Für alle weiteren Spiele, die der ORF überträgt, darunter die morgige Partie gegen Algerien (Sonntag, 28. Juni, ab 03.55 Uhr, ORF 1), gelobte man Besserung und ein einwandfreies Funktionieren: „Nach eingehender Analyse wird der ORF Maßnahmen im technischen Setup einrichten, die eine derartige Situation für die weiteren WM-Spiele ausschließen.“ Seit vergangener Woche führe der ORF „zusätzlich ausführliche Belastungstests durch“ und erarbeitet „Fallback-Szenarien mit seinem Partner APA“, heißt es. Die Ausgangslage ist mit einem Sonntag jedoch eine andere als gegen Jordanien an einem Wochentag.
Keine Änderungen gibt es jedoch für all jene, die derzeit im Ausland sind und die Spiele via Livestream verfolgen wollen. Hier kommt das sogenannte Geoblocking zum Tragen, eine Folge der Übertragungsrechte, die geographisch eingeschränkt sind. Das gilt sowohl für den ORF als auch für die Übertragungen auf ServusTV. Eine Möglichkeit wäre, darauf zu hoffen, dass lokale Anbieter im jeweiligen Urlaubsland Livestreams zu den gewünschten Partien bereitstellen. Eine andere Option ist, die Geoblockaden via VPN-Netzwerk und Verschleierung der IP-Adresse zu überwinden. Diverse (kostenpflichtige) Anbieter tummeln sich im Netz, aber Garantie gibt es keine, vielmehr ist es ein Roulettespiel. Das liegt auch daran, dass Mediatheken mittlerweile diverse VPN-Netzwerke erkennen und blockieren können. Die Blockade der Blockade? Unmöglich ist es nicht. Die spannendste Alternative – der gute alte Liveticker unter www.kleinezeitung.at.