Zweite WM-Teilnahme in der Geschichte, erstmaliger Aufstieg in die K.o.-Phase. Die Euphorie der Bosnier kannte am späten Mittwochabend keine Grenzen. Rund 2000 Menschen waren beim Public-Viewing am Neuen Platz. Neben dem Aufstieg und drei Punkten gab es auch drei Tore zu bejubeln. Unter anderem auch mit Feuerwerk. Auf den Abpfiff folgten Hupkonzerte quer durch die Innenstadt. Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun. Anzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz, Ruhestörung, Verkehrsvergehen und zwei Körperverletzungen lautete die Bilanz. „Wir werden uns nun den weiteren Verlauf der Spiele anschauen und unsere Konzepte gemeinsam mit Magistrat und Veranstalter anpassen“, sagt der Klagenfurter Stadtpolizeikommandat Hans-Peter Mailänder.

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Anders als in einem Stadion ist der Neue Platz kein eigener Sicherheitsbereich. Zutrittskontrollen, bei denen Bengalische Feuer abgenommen werden könnten, gibt es nicht. Feuerwerksbatterien wurden auch außerhalb des Public-Viewing-Geländes gezündet. „Bei der Menge an Menschen wird so etwas nie vollständig zu verhindern sein“, sagt Mailänder. Gerade bei Raketen müsste man die Person auch direkt beim Zünden erwischen.

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Ähnlich schwierig gestaltet sich die Lage bei den Autocorsos. Grundsätzlich wäre jedes Betätigen der Hupe ohne Grund – dass das Heimatland gewinnt, ist dafür nicht ausreichend – nicht erlaubt. Einige Organstrafmandate wurden ausgestellt. „So eine Amtshandlung dauert aber Zeit. Wenn wir einen abstrafen, haben inzwischen 100 andere auch gehupt. Wir können also immer nur Einzelne herausholen“, sagt Mailänder. Vieles hängt nun auch vom Spielplan ab. Wann und gegen wen Bosnien das nächste Mal antritt, ist aufgrund des neuen WM-Modus noch offen. Die kroatische Community ist in Kärnten nicht ganz so groß, die deutsche gilt als zurückhaltender. „Bei neuralgischen Übertragungen, bei denen aktive Freudenbekundungen erwartbar sind, werden wir entsprechend reagieren“, sagt Mailänder.

„Eigene Art zu feiern“

Grundsätzlich ist das Public-Viewing in Klagenfurt als großer Erfolg zu werten. Die beiden Spiele Österreichs gegen Jordanien und Argentinien haben die Erwartungen übertroffen. Auch mit den anderen Partien zeigt man sich zufrieden. „Wir hatten in der Vorbereitung ein paar Sorgen wegen der Übertragungszeiten. Es ist aber von Anfang an super gelaufen“, sagt Veranstalter Manfred Dobesch. Je nach Paarungen und Ankickzeiten hofft man nun, dass es auch in der K.o.-Phase ähnlich weiter geht. „Die Bosnier haben eine eigene Art zu feiern“, sagt Dobesch mit Blick auf den Montagabend. Gut möglich, dass die Kroaten bald nachlegen. Am Samstag wird das Spiel gegen Panama um 23 Uhr übertragen.

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