Wurde der Flughafen Wien nun gehackt oder nicht? Eine cyberkriminelle Gruppe behauptet genau das, wie unter anderem die „Kronen Zeitung“ und „Der Standard“ online berichten. Die Hackergruppe „Bashe“ will demnach eine Vielzahl von Datensätzen erbeutet haben und sie im Darknet zum Kauf anbieten.
Der Flughafen Wien AG sollen die angeblichen Hacker eine Frist gesetzt haben, um die Daten zurückzukaufen, bevor sie veröffentlicht werden. Das Unternehmen dementiert eine großangelegte Cyberattacke.
Mehr als eine halbe Million E-Mails und über 4470 Dateien will die Gruppe gestohlen haben und zum Kauf anbieten, berichtet der „Standard“ und verweist gleichzeitig auf „erhebliche Zweifel“ an der Darstellung. Als Beweis für den Cyberangriff soll die Hackergruppe Frachtpapiere des Flughafens im Darknet veröffentlicht haben.
„Alte und bedeutungslose Aufstellungen“
Tatsächlich sollen alte Frachtdokumente aus dem Jahr 2025 im Internet aufgetaucht sein, bestätigte Flughafen-Sprecher Peter Kleemann der APA. Dabei handelt es sich laut Kleemann aber um „alte und bedeutungslose Aufstellungen zur Verladung von Frachtgütern in Flugzeugen“.
Der Betrieb des Flughafens sei in keiner Weise beeinträchtigt und laufe plangemäß. Passagierbezogene oder betriebskritische Daten seien nach derzeitigem Wissensstand nicht betroffen. Die Dokumente, die im Darknet aufgetaucht sind, dürften aus einem einzelnen Postfach entwendet worden sein, so der Flughafen-Sprecher.
Die Hackergruppe habe bisher weder Kontakt zum Flughafen Wien-Schwechat aufgenommen noch Forderungen gestellt. „Der Flughafen Wien arbeitet an der Aufklärung dieses Sachverhalts, ist mit den zuständigen Behörden in Kontakt und hat zusätzlich zur eigenen IT-Abteilung auch externe Cybersecurity-Experten hinzugezogen“, so Kleemann.
Schlag gegen Cyberkriminelle
Ermittler der europäischen Polizeibehörde Europol, des deutschen Bundeskriminalamts (BKA) und des US-Konzerns Microsoft haben der organisierten Cyberkriminalität indes einen schweren Schlag versetzt. Microsoft konnte über 200 Command-and-Control-Server abschalten – jene zentralen Systeme, mit denen bösartige Hacker infizierte Geräte fernsteuern. Gleichzeitig wurde die kriminelle Kontrolle über mehr als 18.000 identifizierte Opfer-Computer weltweit gekappt.
Der Erfolg gegen die kriminelle Angriffsserie war maßgeblich internationaler Polizeiarbeit zu verdanken, bei der auch deutsche Ermittler im Fokus standen.