Es sollen „menschenverachtende und auch immer wieder antisemitische Sujets“ gewesen sein, welche die beiden Grazer FPÖ-Mitglieder im Netz teilten und etwa die Plattform „Stoppt die Rechten“ zu rechtlichen Schritten veranlassten. Erst als sie damit vom „Standard“ konfrontiert worden sei, habe die blaue Parteileitung umgehend ein Funktionsverbot über die beiden Männer verhängt, heißt es am Dienstag – was Alessandro Kopeter, Sprecher der FPÖ-Landespartei, der Kleinen Zeitung bestätigt.
„Wir hatten das nicht am Schirm“
Kopeter unterstreicht auch, dass es sich um Liviu Cristian Apostol und Robert Spörk handelt: Beide kandidieren für die FPÖ bei der Graz-Wahl am 28. Juni – auf hinteren Plätzen für den Gemeinderat, aber auf den Plätzen zwei und drei für den Bezirk Gries. Warum die Partei erst auf eine journalistische Anfrage hin reagierte? „Wir hatten das schlicht nicht am Schirm“, gesteht Kopeter – und verhehlt nicht, dass so ein Vorfall nur wenige Tage vor einem Urnengang suboptimal sei. „Aber wir haben das letztlich professionell erledigt.“
Anhaltende Turbulenzen
Es sind nicht die ersten Turbulenzen für die Grazer FPÖ in jüngster Zeit: So war Mitte Mai – nur zwei Tage vor dem Grazer Wahlkampfauftakt – bekannt geworden, dass die blaue Landesparteiführung per Notverordnungsrecht zwei führende Funktionäre aus der Stadtpartei geworfen hat. Und vor wenigen Tagen wurden neue Chat-Nachrichten bekannt, die nahelegen, dass die Landes-FPÖ mehr über den vielschichtigen Finanzskandal der Grazer FPÖ wusste als bislang angenommen..