Der Aufreger des MotoGP-Wochenendes in Brünn ereignete sich schon vor dem Rennsonntag: WM-Leader Marco Bezzecchi (Aprilia) wurde nach einem Sturz am Samstag im Sprint gegenüber einem Streckenposten handgreiflich und verpasste ihm zwei Ohrfeigen. Damit ging der Sonntag ohne den Italiener über die Bühne, der so seine Spitzenposition auf das Spiel setzte – am Sonntagmorgen folgte eine Entschuldigung.

Veränderung in der WM-Wertung brachte dies keine mit sich: Marc Marquez (Ducati) fuhr in Tschechien zum zweiten Saisonsieg und verkürzte den Rückstand auf Bezzecchi von 102 auf 40 Punkte. Der Spanier übernahm sechs Runden vor Schluss die Spitzenposition von seinem mit Problemen kämpfenden Teamkollegen Francesco Bagnaia, der letztlich Dritter wurde. Der von der Pole Position gestartete Ai Ogura war Marquez am Ende dicht an den Fersen, verpasste den ersten MotoGP-Sieg eines Japaners seit 22 Jahren nur um 0,421 Sekunden.

Marquez: „Habe gelitten“

„Das waren die längsten sechs Runden dieser Saison“, sagte Marquez nach seinem Triumph grinsend. Er sprach von einem wichtigen Sieg zum richtigen Zeitpunkt: „Ich habe am Ende gelitten und versucht, die Geschwindigkeit zu halten.“

Bitter verlief das Rennen für KTM: Pedro Acostas Maschine gab wenige Kilometer vor dem Schluss auf Platz fünf liegend den Geist auf. Die weiteren KTM-Bikes wurden von Enea Bastianini, dem Südafrikaner Brad Binder und dem Spanier Maverick Vinales auf die Ränge zehn, zwölf und 15 gelenkt.