A1, Österreichs größtes Telekom-Unternehmen, setzt laut Unternehmensangaben erstmals „eine Lösung zur Erfassung hochpräziser Wetterdaten“ im eigenen Netz ein. Dafür kooperiert man mit den beiden finnischen Firmen Skyfora und Nokia.
Per technologischer Aufrüstung soll den Sendemasten auch ein Anwendungs-Update verliehen werden. „Mobilfunkstandorte werden zu intelligenten Sensoren, die kontinuierlich atmosphärische Daten liefern“, heißt es von A1.
Ziel sei es, die „Wettervorhersagen zu verbessern“. Insbesondere in alpinen Regionen, wo sich rasch ändernde lokale Bedingungen eine Herausforderung darstellen. Die gesammelten Daten würden „bestehende Wettermodelle ergänzen“ und seien laut A1 „besonders für kurzfristige, lokal begrenzte Wetterereignisse wertvoll“. Das Unternehmen denkt dabei etwa an Rettungsorganisationen als Zielgruppe.
Rund 20 Standorte um die Seetaler Alpen in der Steiermark und Kärnten – darunter etwa Röthelstein, Weißkirchen, St. Georgen ob Judenburg, St. Peter am Kammersberg, Turrach und Metnitz – wurden in den letzten Wochen ausgestattet und liefern bereits erste Daten. Auch ein Standort von A1 Slowenien ist Teil des Pilotprojekts, das zeitlich vorerst unbefristet aufgesetzt ist.
Wie die Messung technologisch funktioniert
Verwendet werden für die Tests bestehende 5G-Standorte. Die Technologie, die zum Einsatz kommt, nutzt sogenannte GNSS-Signale, also Funksignale von Satelliten, die an den Mobilfunkstandorten empfangen werden. Konkret wird nun die Veränderung dieser Signale beobachtet.
Auf ihrem Weg durch die Atmosphäre werden diese Signale nämlich durch Faktoren wie Luftfeuchtigkeit beeinflusst. Durch die Analyse der Signalveränderungen lassen sich wiederum Rückschlüsse auf den Wasserdampfgehalt der Atmosphäre ziehen – ein zentraler Parameter für die Entstehung von Niederschlag, Gewittern oder Nebel.
Christian Laqué, Technikchef von A1 Österreich, betont das Erschließen von Fähigkeiten im Netz, die gezielt „über klassische Konnektivität hinausgehen“. Gemeinsam mit Skyfora und Nokia würde man etwa zeigen, „wie sich bestehende Infrastruktur systematisch erweitern lässt, um zusätzliche Daten für präzisere Wetterprognosen zu gewinnen“.