Die Fritz Kuttin GmbH setzt in Knittelfeld mit dem offiziellen Baustart für eine neue Bahnverladestation einen wichtigen Schritt in die Zukunft des Unternehmens.

Am Standort Knittelfeld entsteht eine moderne Verladeanlage mit zusätzlichen 300 Metern Schienenanbindung an das bestehende Gleisnetz. Das Projekt „Knotenpunkt“ soll künftig als Drehscheibe für die Versorgung der voestalpine Stahl Donawitz mit Stahlschrott dienen.

Dieser Rohstoff wird für die Produktion von „grünem Stahl“ benötigt, der in Zukunft in den neuen Elektrolichtbogenöfen in Donawitz und Linz erzeugt werden soll (wir berichteten).

Logistischer Vorteil

Laut Kuttin-Geschäftsführer Hubert-Claus Lauter sprechen mehrere Faktoren für die Umsetzung des Projekts in Knittelfeld. Zum einen sei die notwendige Fläche am Standort vorhanden gewesen, die Betriebsfläche beträgt rund 60.000 Quadratmeter. Zum anderen biete die Nähe zu Donawitz einen entscheidenden logistischen Vorteil. Die Strecke von rund 35 Kilometern könne effizient bewältigt werden.

Zu den wesentlichen baulichen Maßnahmen zählen Schüttboxen aus Betonblocksteinen, neue Fahr- und Manipulationsflächen aus Beton mit eigenem Entwässerungssystem, ein neu asphaltierter Lkw-Zufahrtsbereich sowie ein eigener Wartebereich. Darüber hinaus sind umfassende Lärmschutzmaßnahmen vorgesehen.

Umwelt und Lärm

Für Knittelfelds Bürgermeister Harald Bergmann ist die Investition ein wichtiges Signal in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. „Es ist natürlich etwas Besonderes, wenn ein Unternehmen in Zeiten wie diesen investiert“, betont er beim Spatenstich. Positiv hebt er zudem hervor, dass bei der Planung sowohl auf die Anliegen der Anrainerinnen und Anrainer als auch auf Umweltaspekte Rücksicht genommen worden sei.

Kuttin in Knittelfeld

Die Bedeutung des Projekts reicht weit über den Unternehmensstandort hinaus. „Hintergrund sind die Anforderungen an eine qualitätsgesicherte und nachhaltige Versorgung der Stahlindustrie mit Stahlschrott – insbesondere im Hinblick auf die neuen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenöfen der voestalpine“, wird vonseiten Kuttin erklärt.

„Wichtiger Baustein“

Warum diese neue Anlage für die Zukunft der Stahlproduktion bedeutend ist, erläutert auch Wolfgang Rauter, Geschäftsführer der voestalpine Stahl Donawitz GmbH. Er bezeichnet das Projekt als einen wichtigen Baustein in der Transformation vom klassischen Hochofen zum klimafreundlichen Elektrostahlwerk. Die Entscheidung für diesen Weg sei vor vier Jahren gefallen. Sowohl in Linz als auch in Donawitz sollen 2027 Elektrolichtbogenöfen in Betrieb gehen: „Ohne Schrott kein Werk in Donawitz“, bringt es Rauter auf den Punkt.

Die Fritz Kuttin GmbH mit Sitz in Knittelfeld ist ein etabliertes Unternehmen im Bereich Recycling und Ressourcenmanagement. Die Fertigstellung des Projekts Knotenpunkt ist für das vierte Quartal 2026 geplant. Das Unternehmen besteht seit über 100 Jahren und es ist seit 2024 Teil der Reon Group. Aktuell beschäftigt Kuttin am Standort rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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