Die USA und der Iran haben sich nach Angaben des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif auf die finale Fassung einer Friedensvereinbarung geeinigt. „Wir können bestätigen, dass ein endgültiger, einvernehmlich abgestimmter Text des Friedensabkommens vorliegt“, erklärte Sharif am Freitag im Onlinedienst X. Pakistan arbeite nun „eng mit beiden Seiten zusammen, um die nächsten Schritte abzuschließen“, fügte er hinzu.

Pakistan vermittelt vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs zwischen Washington und Teheran. Im April hatten sich die beiden Kriegsparteien auch in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad getroffen.

US-Kreise zu Iran-Gesprächen: Verabredung zu Nuklearmaterial

US-Kreisen zufolge sollen in den Verhandlungen Verabredungen zum iranischen Nuklearmaterial getroffen worden sein. Laut den Kreisen soll bisher Einvernehmen darüber bestehen, dass iranisches Nuklearmaterial zerstört und abtransportiert wird. Zudem soll das Atomprogramm Irans abgebaut werden. Darüber hinaus soll kein Geld Irans freigegeben werden, bis das Land seine Gegenleistung erbracht hat . Außerdem soll die Straße von Hormuz geöffnet werden. Der Iran soll auch keine terroristischen Gruppen finanzieren.

In welchen zeitlichen Schritten diese angepeilten Ziele erreicht werden sollen, blieb unklar.

Unterzeichnung laut Insider am Sonntag möglich

Insidern zufolge könnten die USA und der Iran das Abkommen zur Beendigung des Krieges am Sonntag unterzeichnen. Als wahrscheinlichster Ort für das Treffen gelte Genf, sagte ein westlicher Insider am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. US-Vizepräsident JD Vance und der iranische Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf sollen demnach die Vereinbarung unterschreiben.

Trotz der diplomatischen Fortschritte blieben die Spannungen in der Region hoch. Der Iran beharrt offenbar auf einer Einstellung der Kämpfe im Libanon, wo Israel gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz vorgeht. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu hatte zuvor mitgeteilt, Israel sei in keiner Weise an einer Vereinbarung beteiligt.

Teheran: Inhalte werden zu gegebener Zeit bekannt

Zuvor hatte bereits Irans Außenminister Abbas Araqchi im Onlinedienst X erklärt, beide Parteien seien einer Einigung „nie näher gewesen“. Er fügte hinzu, Medien sollten bis zum vollständigen Abschluss der Gespräche „Abstand von Spekulationen über den Inhalt nehmen“. Die Inhalte würden zu gegebener Zeit bekannt gegeben werden.

US-Präsident Donald Trump, der bereits mehrfach erklärt hatte, die Gespräche mit dem Iran stünden kurz vor einer Einigung, klagte wiederum in seinem Onlinedienst Truth Social, es sei unmöglich, mit den Iranern „in gutem Glauben zu verhandeln“. Iranische Angaben über den Inhalt einer Friedensvereinbarung „entbehren jeglicher Realität“.

Teheran und Washington widersprechen sich

Die iranischen Nachrichtenagenturen Irna und Mehr hatten über angebliche Inhalte einer Absichtserklärung berichtet, die sich wie eine Wunschliste Teherans lesen. Demnach hätte die Einigung ein Ende der Kämpfe im Libanon, die Kontrolle des Iran über die Straße von Hormuz, die Freigabe von iranischen Vermögenswerten und eine Fortführung der Urananreicherung beinhaltet.

„Die den Lügenmedien zugesteckten Bedingungen haben nichts mit den Punkten zu tun, denen wir schriftlich zugestimmt haben“, erklärte Trump dazu bei Truth Social. Die Aussagen aus dem Iran seien „schwach und erbärmlich“ und die Iraner „sehr unehrenhafte Menschen“.

In den vergangenen Tagen hatte es trotz einer seit Anfang April eigentlich geltenden Waffenruhe mehrfach gegenseitige Angriffe gegeben. Das US-Militär griff Ziele im Iran an, Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Jordanien und Kuwait. In der Nacht zum Freitag blieb es ruhig.