Mit Pauken, Trompeten, Gesängen und der Partie Mexiko gegen Südafrika wurde am Donnerstag die größte Fußball-Weltmeisterschaft der bisherigen Geschichte eröffnet. Gespielt wurde in der Mexiko-Stadt-Arena, die als Azteken-Stadion weit größere Berühmtheit hat. Neben dem Oval in der Hauptstadt wird in dem mittelamerikanischen Land noch in Guadalajara sowie in Monterrey gekickt. Kanada spielt in Vancouver und Toronto den Gastgeber, die restlichen elf WM-Stadien (Seattle, San Francisco, Los Angeles, Houston, Dallas, Kansas City, Miami, Atlanta, Philadelphia, New York und Boston) stehen in den USA.
Was auffällt: Manche bekannte Städte sucht man in dieser Liste vergebens. Wie etwa Chicago, immerhin die drittgrößte Metropole der Vereinigten Staaten. Warum in der Mega-City am Lake Michigan der Ball nicht rollt? Zwar war die 2,7-Millionen-Seelen-Gemeinde in Illinois Teil des Bewerbungsverfahrens, doch zogen die Stadtväter an einem Punkt die Reißleine, als klar wurde, dass die finanziellen Risiken für die Steuerzahler zu groß werden würden. Zudem soll sich die FIFA gegenüber der Stadt bei den Verhandlungen zu wenig flexibel gezeigt haben. Als Trostpflaster bekam Chicago das WM-Vorbereitungsspiel USA gegen Deutschland zugesprochen, das im Soldier-Field-Stadion mit einem 1:2 aus Sicht der Gastgeber endete.
Dasselbe Dilemma zwang auch Montreal zum Ausstieg aus dem Rennen um eine WM-Austragung, hätte die FIFA doch auf bestimmte Forderungen gepocht. Wie ein Veranstaltungsverbot im Stadion zwischen dem 15. April und dem 19. Juli, obwohl die WM erst gestern gestartet ist. Zudem hätten die für das Turnier genutzten Spielfelder von September 2024 bis zum Ende der WM nicht für „andere Zwecke“ verwendet werden dürfen. Und: Von der Woche vor Turnierbeginn bis zur Woche nach dem WM-Ende wären in der Stadt keine anderen großen Sportveranstaltungen erlaubt gewesen. Auflagen, die man neben der Tatsache, dass die Kosten zu explodieren drohten, in der zweitgrößten kanadischen Stadt nicht akzeptieren wollte.
Die harten Auflagen der FIFA zwangen aber auch noch andere Städte in die Knie. Wie etwa Minneapolis, das sich ebenfalls gegen die Bestimmung, zwei Monate rund um das Stadion keine anderen Veranstaltungen austragen zu dürfen, gewehrt hat. Ebenfalls keinen Live-Fußball während der WM bekommen die US-Metropolen Phoenix, San Antonio, San Diego und Fort Worth serviert.