„Wir stehen weiterhin mutig und entschlossen für Vielfalt, Menschenwürde und Zusammenhalt“, schreibt die evangelische Pfarrgemeinde A.B. Wien-Semmering in einem Facebook-Posting. Der Grund für diesen Aufruf: Die Regenbogenfahne, die auf dem Dach der Pfarre aufgehängt wurde, wurde inzwischen bereits mehrfach zum Ziel von „Anschlägen“, wie die Pfarrgemeinde auf Facebook schreibt.
Denn in den vergangenen Wochen wurde versucht, die Fahne auf dem Dach der Glaubenskirche in Brand zu setzen, zuvor gab es bereits mehrfach weitere Versuche, die Regenbogenfahne zu zerstören. Nun kam es erneut zu einem Angriff: In der Nacht haben Unbekannte die Fahne abgeschnitten. Der abgeschnittene Teil wurde entwendet. Der Vorfall wurde angezeigt.
„Betroffen, verletzt und verärgert“
„Wir sind über diesen Angriff betroffen, verletzt und verärgert“, heißt es in dem Posting und weiter: „Wer versucht, sie zu zerstören oder anzuzünden, greift nicht nur ein Stück Stoff an. Angegriffen werden damit Offenheit, Vielfalt und das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher Menschen. Doch diese lassen sich weder verbrennen noch zerstören.“
Nach der Zerstörung weht die Regenbogenfahne nun erneut auf dem Dach der Kirche – und das wird sie auch weiterhin, versichert man in den sozialen Medien weiter. „Wir lassen uns nicht einschüchtern.“
Kleine Kirche als Vorreiter
Bei der Glaubenskirche in Wien-Semmering weht die Regenbogenfahne bereits seit Jahren dauerhaft auf dem Dach. Unterschiedlichste Reaktionen erhielt die Pfarrgemeinde darauf bereits: „Die überwiegende Mehrheit sieht darin ein positives Symbol der Hoffnung auf eine friedliche und gleichberechtigte Gesellschaft. Wir mussten aber auch schlimme Auseinandersetzungen, Beschimpfungen und Beschmierungen der Fahne erleben“, berichtet die Pfarrgemeinde.
Generell gilt die Glaubenskirche als Vorreiter. In den 1990er-Jahren wurde dort erstmals ein gleichgeschlechtliches Paar gesegnet, was zu so großen Tumulten auf der Straße führte, dass die Türen zugesperrt werden mussten. 2023 sang Drag-Queen Chichi Gonzalez Weihnachtslieder. Zudem werden regelmäßig Veranstaltungen über „Frauenrechte“, Demonstrationen „für Vielfalt und Respekt“ sowie Ausstellungen unter dem Slogan „Places to be queer“ veranstaltet.